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	<title>MPS - Repository &#187; Allgemein</title>
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	<description>Plant Data</description>
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		<title>Bedarfserhebung</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2015 10:09:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Helmut W. Klug]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Beschäftigung mit der Literatur des Mittelalters, ja eigentlich jegliche Arbeit mit mittelalterlichen Quellen verlangt von Rezipierenden, dass diese sich mit einer Kultur beschäftigen, die der heutigen mehr als fern geworden ist. Eine wissenschaftlich akzeptable und historisch valide Interpretation mittelalterlicher Quellen setzt also eine solide Kenntnis &#8230; <p><a href="http://medieval-plants.org/mps-daten/bedarfserhebung/" class="more-link"><span class="morelink-icon">Weiterlesen</span></a></p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Beschäftigung mit der Literatur des Mittelalters, ja eigentlich jegliche Arbeit mit mittelalterlichen Quellen verlangt von Rezipierenden, dass diese sich mit einer Kultur beschäftigen, die der heutigen mehr als fern geworden ist. Eine wissenschaftlich akzeptable und historisch valide Interpretation mittelalterlicher Quellen setzt also eine solide Kenntnis der Kultur dieser Zeit voraus. Poetische Literatur wie auch Fachliteratur sind geprägt von Einflüssen aus dem alltäglichen Umfeld des mittelalterlichen Menschen – in vielen Bereichen</p>
<p><span id="more-200841"></span>sind das Einflüsse, zu denen uns ein emotionaler sowie oft auch rationaler Zugang fehlt.<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-1' id='fnref-200841-1' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>1</a></sup> Eine Aufgabe der Mediävistik muss es also sein, diesen Informationen nachzuspüren, sie zusammenzutragen und für die Verwendung in der weiteren Forschung aufzuarbeiten. Mit dem <em>Portal der Pflanzen des Mittelalters / Medieval Plant Survey</em> (PPM/MPS) soll ein modernes Werkzeug zur Erforschung der Pflanzen und der damit verbundenen, mittelalterlichen realen und semantischen Konzepte zur Verfügung gestellt werden.</p>
<p>Diese ‚Konzepte‛ fassen in schriftlicher Form jene Informationen zusammen, die für die historische Beschreibung und das Verständnis von Pflanze in einem mittelalterlichen Umfeld notwendig sind: ‚Realhistorische Fakten‛ umfassen die Verbreitung (heimisch vs. importiert), Verfügbarkeit (regelmäßig vs. eingeschränkt) und Verwendung (Grundstoff vs. Luxusgut) einer Pflanze oder ihrer Produkte – wirtschaftsgeschichtliche Fakten sind hier ebenso gefragt wie archäologische Funde verbunden mit deren Analyse und Interpretation. Das ‚semantische Konzept‛ beschreibt den immateriellen Stellenwert einer Pflanze innerhalb der mittelalterlichen Gesellschaft und berücksichtigt dabei zumindest soziale, medizinische und religiöse Aspekte: Als Quellen für diese Informationen dienen vor allem Werke der Kunst und Literatur mit allen damit verbundenen Mängeln und Einschränkungen. Neben dem Sammeln von Quellenbelegen ist vor allem deren Ordnung, ihre Vernetzung und Interpretation ein vorrangiges Aufgabengebiet für Forschende, die am PPM/MPS arbeiten.</p>
<p>Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten am PPM/MPS sollen durch ihren lexikonartigen Charakter und durch die durchgängige Verknüpfung mit und die ständige Verfügbarkeit von Quellenbelegen einen zukünftigen mediävistischen Umgang mit dieser Thematik auf eine fruchtbare Basis stellen. Die Anlage der Forschungsdaten und der damit verbundenen Ergebnisse lässt sowohl eine diachrone wie auch eine synchrone Präsentation zu: Ausgehend von onomasiologischen Daten – den verschiedenen Pflanzennamen in den unterschiedlichen Sprachvarianten und Sprachstufen – kann die Entwicklung der Bedeutung und der Charakteristik einer Pflanzen anhand von Quellenbelegen dargestellt werden. Die elektronische Arbeitsumgebung erlaubt es darüberhinaus, Ergebnisse wie auch Forschungsdaten nach Belieben kumulativ oder selektiv darzustellen, sodass man z. B. ausgehend von einer tabellarischen Darstellung der etymologischen Entwicklung eines Pflanzennamens interaktiv auf alle Entwicklungsstufen und die damit verbundenen historischen Informationen zugreifen kann.</p>
<p>Dieses Kapitel beschreibt ausgehend von einer überblicksartigen Bedarfserhebung einer methodisch und technisch neu orientierten Erforschung der Pflanzen des Mittelalters die allgemeinen Ziele und die generelle Ausrichtung des vorliegenden Projekts zum PPM/MPS. Die grundlegenden Forschungsrichtlinien werden hier ebenso im Detail dargestellt wie die einzelnen Zugangsebenen der Online-Plattform: Letztere werden nicht nur in ihrer theoretischen Konzeption vorgestellt, sondern auch deren Funktionsumfang wird Schritt für Schritt erklärt so und so mit dem übergeordneten Ziel des Forschungsportals in Verbindung gesetzt.</p>
<h2>Bedarfserhebung und Forschungsangebot</h2>
<p>Eine fachhistorische Betrachtung des Themas zeigt, dass die Pflanzen des Mittelalters in den diversen Disziplinen unterschiedlich intensiv bearbeitet worden sind: Relativ ergiebig sind linguistische Analysen von Pflanzennamen, ein Zugang zur Thematik, der nahezu in allen Fachrichtungen Anwendung findet, und die Arbeit mit historischen medizinischen und pharmazeutischen Texten, beides Forschungsbereiche, die auf eine kontinuierliche historische Entwicklung zurückschauen können. Will man sich aber intensiver mit religiösen Inhalten, interpretatorisch mit kunsthistorischen Aspekten oder gar auf literaturwissenschaftlicher Ebene mit diesem Thema befassen – kurz: einen kulturhistorisch orientierten Zugang wählen –, stößt man sehr bald auf sich stetig wiederholende Gemeinplätze.<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-2' id='fnref-200841-2' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>2</a></sup> Die intensive Verschränkung mehrere moderner Fachgebiete – darunter Archäologie, Botanik, Geschichte, Klassische Philologie, Kunstgeschichte, Linguistik, Literaturwissenschaft, Medizingeschichte, Pharmaziegeschichte, Theologie, Volkskunde – innerhalb dieses Forschungsthemas und ein aus der mittelalterlichen wissenschaftlichen Tradition erwachsender internationaler Forschungskontext stellen ein oft unüberwindbares Hindernis dar, sodass nur sehr wenige Studien zu diesem Aspekt der mittelalterlichen Lebenswelt, in der Pflanzen, wie uns die historischen Quellen eindrucksvoll beweisen, in vielen Bereichen eine bedeutende, ja nahezu zentrale Rolle spielten, gerecht werden können.<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-3' id='fnref-200841-3' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>3</a></sup></p>
<p>Dieses Desiderat – eine zentrale Anlaufstelle für allen Fragen betreffend die Pflanzen des Mittelalters – beschäftigt Forscherinnen aller Disziplinen: Peter Seidensticker konstatiert die Schwierigkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit und die fachliche Distanz der beteiligten Disziplinen;<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-4' id='fnref-200841-4' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>4</a></sup> Minta Collins beurteilt ihre kunsthistorischen Forschungen im Lichte dieser Situation und fordert eine sprachenübergreifende Intensivierung ähnlicher Unternehmungen;<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-5' id='fnref-200841-5' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>5</a></sup> Bernhard Schnell erkennt die schwierige Situation einer kulturhistorischen Pflanzenforschung aus germanistisch-medizinhistorischer Perspektive, sieht aber keinen Lösungsweg;<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-6' id='fnref-200841-6' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>6</a></sup> Carole Biggam, die mit der <em>Anglo-Saxon Plant-Names Survey</em> eine in diese Richtung weisende Organisation gegründet hat, hebt die Vorteile einer interdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit explizit hervor.<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-7' id='fnref-200841-7' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>7</a></sup></p>
<p>Ausgehend von diesem Kenntnisstand und der wiederholten Forderung in der Forschung nach einem entsprechenden Werkzeug, möchte das PPM/MPS als interdisziplinäres, webbasiertes Tool diesem Umstand Rechnung tragen und Hilfsmittel für Recherchen wie auch für Forschung sein:<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-8' id='fnref-200841-8' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>8</a></sup> Einerseits führt es als Text-, Bild- und Realienarchiv die Suche nach einschlägigen historischen und aktuellen Informationen in einem Punkt zusammen, andererseits stellt es in einem für wissenschaftliche Kommunikation und Kollaboration konzipierten Online-Arbeitsplatz unterschiedliche Arbeitsroutinen zur Informationsgenerierung zur Verfügung, was schon in der initialen Planungsphase des Projektes 2009 eine zentrale Forderung war: „[…] the Web-based platform can be a tool for collecting information as well as for cooperation; experts in the various disciplines conducting historical plant research can easily share knowledge and communicate ideas and problems.“<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-9' id='fnref-200841-9' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>9</a></sup> Für eine zeitgemäße Erforschung des mittelalterlichen Pflanzenbestandes gilt, was z. B. auch für die Entwicklung einer Software zur Analyse von Tanzschritten und -figuren zutrifft:</p>
<blockquote><p>Innovative ideas can only derive from a tight integration of professionals from different fields; appropriate state-of-the-art technology cannot simply be put to use by end users but must be designed with them and for them. As research and publication increasingly move to the Internet, so research materials have to become more accessible via computerized interfaces, and research in the arts and humanities has to become more efficient.<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-10' id='fnref-200841-10' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>10</a></sup></p></blockquote>
<p>Das wissenschaftliche Konzept für diese Art der Erforschung umfangreicher kultureller Themengebiete ist an sich nicht neu,<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-11' id='fnref-200841-11' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>11</a></sup> gibt es doch <em>Das Lexikon der mittelalterlichen Zahlenbedeutungen</em>,<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-12' id='fnref-200841-12' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>12</a></sup> <em>animalia in litteris medii aevi</em><sup class='footnote'><a href='#fn-200841-13' id='fnref-200841-13' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>13</a></sup> oder das <em>Handbuch der Farbenbedeutung im Mittelalter</em>,<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-14' id='fnref-200841-14' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>14</a></sup> um nur einige wenige zu nennen. Allen diesen Projekten liegen eigentlich nur drei Überlegungen zugrunde: Erstens, die kulturhistorisch orientierte Forschung baut auf einem (meist notgedrungen eingeschränkten) Primärtextkorpus<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-15' id='fnref-200841-15' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>15</a></sup> und einer umfassenden Sammlung der Sekundärliteratur auf. Zweitens wird, um der mittelalterlichen Polyvalenz gerecht zu werden, auf ein disziplinär heterogenes Forschungsteam gesetzt, das dadurch in einem breiten Wissensspektrum Expertisen stellen kann. Drittens müssen derartige Projekte in einer zentralen Anlaufstelle einer visionären und kreativen Führung unterstehen, die standhaft einen festgesetzten Arbeitsplan verfolgt.<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-16' id='fnref-200841-16' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>16</a></sup></p>
<p>Neu für die Wissenschaften ist aber, dass mit dem Medium Internet und der sich rapide entwickelnden Informationstechnologie Werkzeuge zur Verfügung stehen, die noch ungeahntes Potential für wissenschaftliche Forschung bieten: Aktuell wird in den Geisteswissenschaften (mit wenig Erfolg) der Aufbau semantischer Netze angestrebt, die sich aus Forschungsergebnissen intermaschineller Kommunikation speisen. Das PPM/MPS setzt mit dem Einsatz moderner Informationstechnologien auf das hier schlummernde Potential, um die Erforschung dieser mediävistischen Thematik auf methodischer wie auch arbeitstechnischer Ebene voranzubringen: Die Einspeisung der Daten in eine SQL-Datenbank und ein kontextorientiertes Tagging der Inhalte ermöglicht zum Beispiel die maschinelle Auswertung der gesammelten Metadaten. Die Möglichkeit zur Aufbereitung der Daten in einer XML-Umgebung bürgt für einen zukunftsorientierten Arbeitsansatz. Entsprechende Web-Software bietet zeit- und ortsunabhängigen Zugang und Kommunikationsmöglichkeiten sowie alle Voraussetzungen für kollaboratives Schreiben.<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-17' id='fnref-200841-17' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>17</a></sup></p>
<p>Neu – zumindest für den geisteswissenschaftlichen Bereich anno 2009 – ist außerdem das organisatorische Konzept: Mit der Projekt-Website wird eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die Arbeitsmittel und Forschungslösungen für eine selbstkoordinierte Zusammenarbeit unterschiedlichster Forscherpersonen und -gruppen schafft. Damit hat jedes Einzelprojekt, das die thematischen Anforderungen erfüllt, also die Erarbeitung von Inhalten, die der mittelalterlichen Pflanzenforschung zugute kommen, nach Rücksprache mit den Projektverantwortlichen und der Aufnahme in den Projektverbund, die Möglichkeit, auf alle Ressourcen und Arbeitsroutinen zuzugreifen bzw. diese nach eigenem Bedürfnis zu erweitern. Die einzige damit verbundene Bedingung ist, dass die Ergebnisse dieses Projektes ganz im Sinne einer Wiki-Struktur in das projektinterne Repository eingespeist und somit einem großen Benutzerkreis zugänglich gemacht werden. Mittlerweile gibt es weitere wissenschaftliche Projekte mit ähnlichen Konzepten: Besonders erwähnenswert sind hier Projekte auf dem Gebiet der Editionsphilologie wie z. B. <em>TextGrid</em><sup class='footnote'><a href='#fn-200841-18' id='fnref-200841-18' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>18</a></sup> oder das <em>Deutsche Textarchiv</em><sup class='footnote'><a href='#fn-200841-19' id='fnref-200841-19' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>19</a></sup>, die beide neben eigener Arbeit an Texten auf wissenschaftliches Crowdsourcing zur Erweiterung der Text-Repositories setzen.</p>
<p>Eine Kooperation im Rahmen des PPM/MPS kann reichen von der Zurverfügungstellung von einzelnen digitalisierten oder anderweitig aufbereiteten Quellentexten, wie es bei der Zusammenarbeit mit Johanna Maria van Winter für das <em>Corpus Regiminum duodecim Mensium</em> geschehen ist, bis hin zu aktiver Arbeit mit den Daten am Portal, wie es im Rahmen des Bachelorseminars ‚Mittelalterliche Küchenpraxis‛<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-20' id='fnref-200841-20' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>20</a></sup> getestet wurde. Im erstgenannten Fall ist Johanna Maria van Winter mit dem Vorschlag an mich herangetreten, ein Textkorpus zu den Monatsregimina, das sie im Zuge ihrer Forschungen zusammengestellt hatte, in das Repository aufzunehmen, mit dem Hinweis darauf, dass diese Texte vorwiegend pflanzliche Heilmittel und Speiseempfehlungen nennen: Für die Zusammenarbeit, hier als <em>best-practice</em>-Beispiel dargestellt, hat sie die Texte in elektronischer Version zur Verfügung gestellt. Diese wurden daraufhin in Graz für die passende Importroutine aufbereitet. Während dieses Arbeitsschrittes hat van Winter den Fortschritt und die Anreicherung der Daten vor allem in Bezug auf die niederländischen und französischen Texte bis zu ihrer Einspeisung laufend betreut und mitgestaltet. Die Präsentation der Daten im Rahmen der Website wurden, soweit das im Rahmen der Vorgaben des PPM/MPS möglich ist, nach ihren Vorstellungen realisiert.<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-21' id='fnref-200841-21' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>21</a></sup> Als Abschuss der Kooperation veröffentlichte van Winter noch eine zusammenfassende Beschreibung ihres Korpus in der Blog-Oberfläche des Portals.<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-22' id='fnref-200841-22' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>22</a></sup></p>
<h2><strong>Zielsetzung</strong></h2>
<p>„The ultimate aim of the platform is to fuse together all these bits and pieces that make up a plant&#8217;s characteristic features into one publicly accessible monograph.“<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-23' id='fnref-200841-23' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>23</a></sup> Das PPM/MPS ist eine internetbasierte, wissenschaftliche Forschungsplattform, die speziell konzipiert und programmiert wurde, um eine neu adaptierte Methode in der Erforschung der mittelalterlichen Pflanzen anwenden zu können. Gerade wegen ihrer Verflechtung mit dem für eine geisteswissenschaftliche Arbeitsumgebung noch immer neuen Medium Internet ist die Online-Software prädestiniert für eine diverse, langfristige und dezentralisierte Arbeit an einem breiten Forschungsthema. Die damit verfügbaren Technologien und Arbeitsmethoden kommen den speziellen, neuen Anforderungen des Forschungsbereiches immens entgegen, da das Portal zeit- und ortsunabhängig als zentrale Anlaufstelle für Forschende aller beteiligter Disziplinen stehen kann. Das Ziel einer zeitgemäßen Beschäftigung mit den Pflanzen des Mittelalters sollte es einerseits natürlich sein, einen umfassenden Überblick über den Forschungsbereich zu geben, wie es bereits in einigen Monografien zum Thema<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-24' id='fnref-200841-24' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>24</a></sup> versucht worden ist. Dennoch kommen derartige Unternehmungen aufgrund des inhomogenen Forschungsgegenstandes nur selten zu allgemein verwertbaren Ergebnissen, da entweder ein inhaltlicher Schwerpunkt gesetzt wird, der dann im Detail ausgearbeitet wird, oder – und das ist die weit weniger brauchbare Variante – nur ein oberflächlicher und teilweise sogar irreführender Überblick gegeben wird. Andererseits darf aber auch die individuelle Beschäftigung mit Einzelpflanzen nicht vernachlässigt werden,<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-25' id='fnref-200841-25' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>25</a></sup> denn gerade die Nennungen von Pflanzen in den mittelalterlichen Texten oder die Darstellung in Bilddokumenten ist es, was Verständnisprobleme erzeugt. Für die Germanistik im Allgemeinen und die Sprachwissenschaft im Besonderen nennt Peter Seidensticker eine Reihe von Kritikpunkten, die bei der Arbeit mit historischen Pflanzen und Pflanzennamen regelmäßig Probleme bereiten und deren Klärung für diese Tätigkeit nach wie vor als Desideratum erscheinen: Voraussetzung ist dabei nicht nur das Wissen um Forschungsergebnisse benachbarter Disziplinen, sondern allein schon das Wissen um die und eine gründliche Kenntnis der vorhandenen Forschungsliteratur, die Einbeziehung fremdsprachiger Literatur in ein germanistisches Forschungsgebiet, ein fachlich fundierter Umgang mit historischen Quellen, die Anerkennung der Kräuterbuchliteratur als germanistische Quelle und das Wissen um die historische Entwicklung und die Traditionsstränge in Bezug auf die wissenschaftliche Beschäftigung mit Pflanzen.<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-26' id='fnref-200841-26' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>26</a></sup></p>
<p>Im Sinne einer modernen, öffentlichen und vor allem auf die Unterstützung künftiger Forschergenerationen ausgerichteten Wissenschaft ist es notwendig, die Forschungsprimärdaten (das Quellenmaterial) und Forschungsnotizen (die Dokumentation der laufenden Forschungsarbeit, offene und sekundäre Forschungsfragen, unfertige Lösungsansätze, Kommentare etc.) mit möglichst aktuellen Mitteln zu sammeln und zur Verfügung zu stellen. Hier setzt das vorliegende Projekt PPM/MPS methodisch an: Am Ende eines Forschungsprozesses zu einer mittelalterlichen Pflanze, dessen Umfang sich nach der Verbreitung und Bekanntheit dieser Pflanze und damit den verfügbaren Quellenbelegen und der Forschungsliteratur richtet, erhält man einen detaillierten Überblick über das damit verbundene semantische Konzept, das in einer möglichst breit angelegten monografischen Beschreibung dargestellt werden muss, die in ihrer Ausrichtung den interdisziplinären und internationalen Charakter des Forschungsgegenstandes als zentrale Vorgabe hat (vgl. dazu die exemplarische Ausarbeitung in Kap. 4). Ausgehend von der dem PPM/MPS zugrundeliegenden Datenstruktur stellt diese Monografie im Idealfall die diachrone wie auch die synchrone Entwicklung des Pflanzenkonzepts dar. Diese Ausarbeitungen stützen sich dabei auf jene Daten, die im Repository des Online-Portals als Quellenbelege und Forschungsliteratur gesammelt sind und der wissenschaftlichen Tätigkeit damit zusätzlich eine wünschenswerte Transparenz schaffen.</p>
<p>Mit diesem Endprodukt vor Augen müssen unter Berücksichtigung der o. g. konzeptuellen Schwerpunkte folgende inhaltlichen Etappenziele, die sich aber nur bedingt mit einem arbeitstechnischen Ablauf decken,<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-27' id='fnref-200841-27' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>27</a></sup> bei der Planung des PPM/MPS definiert werden:<br />
Am Beginn aller Arbeiten muss das Sammeln von relevantem Quellenmaterial stehen: Dazu zählen Pflanzennamen und historische Quellen, wie digitalisierte Quellentexte oder zumindest aussagekräftige Textausschnitte, umfassende Forschungsliteratur, bibliografische Daten, Abbildungen, Daten zu archäologischem Belegmaterial usw.<br />
Schon im Zuge der Sammeltätigkeit und dem Einspeisen in die Datenbank müssen die Materialien relational vernetzt und im Sinne der jeweiligen Forschungsfrage(n) entsprechend beschlagwortet und mit aussagekräftigen Metadaten versehen werden. Diese Aufgabe muss an die jeweilige Art von Quellenmaterial angepasst werden.<br />
Daran schließt eine Auswertung der Daten durch Experten an, die je nach Art der Daten unterschiedlich aufgebaut sein kann. So steht z. B. einer Vernetzung der Pflanzennamen im Sinne einer Identifikation von historischen Namen und einer daran angeschlossenen linguistischen Analyse die diachrone inhaltliche Auswertung literarischen und grafischen Quellenmaterials für ein kulturhistorisches Portrait gegenüber. Inhaltlich gehen diese Arbeitsschritte natürlich über weite Strecken Hand in Hand.<br />
Der abschließende Schritt ist eine (kollaborative) Zusammenfassung der Ergebnisse in inhaltlich möglichst breit angelegten (elektronischen) Pflanzenmonografien, die in Summe ein Nachschlagewerk für alle beteiligten Disziplinen darstellen müssen. Im Sinne einer strengen wissenschaftlichen Überprüfbarkeit muss diese eng mit den gesammelten Daten im Repository verknüpft sein.</p>
<p>Was hier beschrieben ist, stellt den idealtypischen Ablauf des Forschungsvorgangs dar, der so wohl nur unter speziellen Umständen – z. B. einem eigens darauf aufbauenden Forschungsprojekt – praktiziert werden kann. Die ersten drei der hier beschriebenen Arbeitsschritte können aber aufgrund der dislozierten Arbeitsumgebung im Internet in beinahe beliebiger Reihenfolge, zu jeder Zeit und mit nur wenigen arbeitstechnischen Vorbedingungen durchgeführt werden.</p>
<p>Das Medium Internet bietet zudem viele Möglichkeiten, die eingeforderte transparente Forschungsarbeit im Sinne des <em>science-to-science</em>- wie auch <em>science-to-public</em>-Auftrages einer modernen, öffentlichen Wissenschaft zu betreiben: Die Verspeicherung der Daten in einer webbasierten Datenbank und die Programmierung der Online-Software ermöglicht – sofern erwünscht – die parallele Präsentation der Daten gleichzeitig mit ihrer Generierung: Je nach Benutzergruppe haben die Besucher der Website die Möglichkeit, auf unterschiedlichen Ebenen darauf zuzugreifen. Dem Ersteller der Daten bleibt es dabei aber überlassen, diese nach eigenem Ermessen freizugeben. Ein Minimum an Information muss aber immer weitergereicht werden:<br />
Das Gesamtprojekt und Einzelprojekte werden im Blog des PPM/MPS inhaltlich beschrieben. Außerdem wird ein Überblick über die vorhandenen Daten gegeben, um damit Hilfestellung für Recherchen in diesem Forschungsgebiet zu geben. Aktive am Projekt mitarbeitende Personen stellen sich mittels einer kurzen Biografie vor. Diese Information ermöglicht es, bei Bedarf Experten für Spezialfragen zu finden, und bringt zudem eine deutliche Positionierung des Projektes mit sich. Erweiterungen, Ergänzungen und Neuerungen, die den Datenbestand oder den Mitarbeiterstock betreffen, werden mit Fortschreiten der Arbeiten im Rahmen des Blogs gesondert kommuniziert.</p>
<p>Ziel des PPM/MPS ist es also, aufbauend auf den Möglichkeiten des Mediums Internet, mithilfe einer umfassenden Datensammlung, der Beschlagwortung und Vernetzung dieser Daten, ihrer Auswertung und Analyse in Form von Monografien die Erforschung der Pflanzen des Mittelalters voranzutreiben und methodisch wie auch arbeitstechnisch auf ein neues Niveau zu bringen, ein Level, das Carole Biggam für ihr ASPNS-Projekt so beschreibt:</p>
<blockquote><p>The research for ASPNS is interdisciplinary, drawing on the findings of any discipline considered appropriate for the study of a particular plant. The principal methodologies involved in the research will, of course, be those of semantics, etymology, and documentary studies, but contributors to the Survey may also have to delve into the latest research on early textiles, the botanical sections of archaeological reports, the compilation of herbal texts in Ancient Rome and Greece, experiments in growing early crops, and much more besides. These apparent diversions from the main highway often provide illuminating routes to a deeper understanding of the role of a humble plant in early England.<sup class='footnote'><a href='#fn-200841-28' id='fnref-200841-28' onclick='return fdfootnote_show(200841)'>28</a></sup></p></blockquote>
<p>Neben der wissenschaftlichen Arbeit, die den von Biggam beschriebenen Aufgaben über weite Strecken gleicht, wird beim PPM/MPS besonderes Augenmerk auf die Präsentation der Inhalte gelegt, die nicht nur für ein allgemeines Publikum zugänglich sein sollen, sondern vor allem der Forschercommunity in Form von menschen- wie auch maschinenlesbaren Daten auf lange Sicht zur Verfügung stehen sollen. Ausgangspunkt dafür ist die ideelle Dreiteilung der Wesbite in öffentliches Blog-Portal, teilweise eingeschränktes Repository und zugangsbeschränkten Online-Arbeitsplatz. Diese Gliederung des Websauftrittes in Blog, Repository und Arbeitsplatz kann als Konsequenz einer offenen Forschungsarbeit angesehen werden, deren Ziel es ist, nicht nur wissenschaftlichen Diskurs zu fördern, sondern wissenschaftliche Arbeit auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wobei vor allem Letzteres in den letzten Jahren verstärkt von nationalen und internationalen Förderorganisationen forciert worden ist.</p>
<p><strong>Fußnoten:</strong></p>
<div class='footnotes' id='footnotes-200841'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-200841-1'>Vgl. Sabine Bunsmann-Hopf: Zur Sprache in Kochbüchern des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. Ein fachkundliches Wörterbuch. Würzburg: Königshausen &amp; Neumann 2003. (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. 80.) S. XIf. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-2'>Als ein allgemeines Beispiel kann hier etwa die meist undifferenzierte Interpretation der Alraune (<em>Mandragora</em> L.) als rein negativ belegte Zauberpflanze genannt werden.<br />
Als andere Zugänge vgl. dazu z. B. Wernfried Hofmeister: <em>Omnia vincit radix</em>. Minne und ‚Drogen’ in Neidharts Sommerlied 15. In: Der achthundertjährige Pelzrock. Walther von der Vogelweide – Wolfger von Erla – Zeiselmauer. Vorträge gehalten am Walther-Symposion der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vom 24. bis 27. September 2003 in Zeiselmauer (Niederösterreich). Hrsg. v. Helmut Birkhan. Unter Mitwirkung von Ann Cotten. Wien: Verlag der Österreichischen Akademien der Wissenschaften 2005. (= Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 721.) S. 161-75 und die umfassende diachrone Aufarbeitung in Anne Van Arsdall, Helmut W. Klug, Paul Blanz: The Mandrake Plant and Its Legend: A New Perspective. In: Old Names – New Growth: Proceedings of the 2nd ASPNS Conference, University of Graz, 6-10 June 2007, and Related Essays. Hrsg. v. Peter Bierbaumer u. Helmut W. Klug. Frankfurt am Main (u.a.): Lang 2009, S. 285-346.<br />
Ein weiteres typisches Beispiel ist die nach wie vor als pejorativ aufgefasste Bewertung des Determinans ‚Pferd / Ross’ als Teil eines Pflanzennamens (Rossminze, Pferdeeppich), die wohl mit dem Stellenwert dieses Tieres in der Lebenswelt ab der Zeit der Industriellen Revolution, aber nicht mit dem sozialhistorischen Kontext und dem Prestige des Pferdes im Mittelalter übereinstimmt, vgl. dazu z. B. die überaus umfassenden aber schlussendlich nicht überzeugenden Untersuchungen von Rudolf Majut: Die hippologisch gebildeten Pflanzennamen im Deutschen und Englischen. Ein Beitrag zur vergleichenden Metaphorik. Hrsg. v. Regina Frisch. Stuttgart: Hirzel 1998. Auch er trifft in dieser wohl umfassendsten Bearbeitung dieses Themas keine entsprechende Unterscheidung. Vgl. für eine moderne Darstellung des Pferdes im Mittelalter: Gertrude Blaschitz, Sabine Obermaier: Pferd. In: <a style="font-style: normal;" href="http://www.encyclopaedia-animalium.germanistik.uni-mainz.de/index.html" target="_blank">animaliter. Tiere in der Literatur des Mittelalters</a>. Zuletzt geändert 24.07.2010. (12.11.2014). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-3'>Erste erfolgreiche Ansätze finden sich z. B. in:<br />
Christine Becela-Deller: Ruta graveolens L.: Eine Heilpflanze in kunst- und kulturhistorischer Bedeutung. Würzburg: Königshausen und Neumann 1998. (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. 65.)<br />
Thomas Richter: Melissa officinalis L.: Ein Leitmotiv für 2000 Jahre Wissenschaftsgeschichte. Würzburg: Königshausen und Neumann 1998. (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. 64.) (Davor: Würzburg, Univ., Diss. 1997.)<br />
Dorit Wittlin: Mandragora: Eine Arzneipflanze in Antike, Mittelalter und Neuzeit. Dietikon: Juris 1999. (= Basler Dissertationen zur Geschichte der Pharmazie und Naturwissenschaften. 14.) <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-4'>Vgl. Peter Seidensticker: Pflanzennamen: Überlieferung – Forschungsproblem – Studien. Stuttgart: Steiner 1999. (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik: Beihefte. 102.) S. 11-12. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-4'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-5'>Vgl. Minta Collins: Medieval Herbals. The Illustrative Traditions. Toronto: University of Toronto Press 2000, S.14. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-5'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-6'>Vgl. Bernhard Schnell: Pflanzen in Bild und Text: Zum Naturverständnis in den deutschsprachigen illustrierten Kräuterbüchern des Spätmittelalters. In: Natur im Mittelalter: Konzeptionen – Erfahrungen – Wirkungen. Akten des 9. Symposiums des Mediävistenverbandes, Marburg, 14.-17. März 2001. Hrsg. v. Peter Dilg. Berlin: Akademie 2003, S. 442-443. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-6'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-7'>Carole Biggam: <a href="http://www.gla.ac.uk/schools/critical/research/fundedresearchprojects/anglo-saxonplant-namessurvey/" target="_blank">Anglo-Saxon Plant-Names Survey</a>. (ASPNS). (12.12.2013). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-7'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-8'>Die erste Verschriftlichung des Grundkonzeptes stammt aus dem Jahr 2009 und ist publiziert in Helmut W. Klug; Roman Weinberger: Modding Medievalists: Designing a Web-based Portal for the Medieval Plant Survey / Portal der Pflanzen des Mittelalters (MPS/ PPM). In: Herbs and Healers from the Ancient Mediterranean through Medieval West. Essays in Honor of John M. Riddle. Hrsg. v. Anne Van Arsdall u. Timothy Graham. Burlington: Ashgate 2012. (= Medicine in the Medieval Mediterranean.) S. 329-58.<br />
In den darauffolgenden Jahren wurden das Konzept und inhaltliche Aspekte kontinuierlich adaptiert und verfeinert; das ist in folgenden Publikationen und Präsentationen dokumentiert:<br />
Helmut W. Klug: Pflanzen in der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters: Eine datenbankgestützte Bestandsaufnahme mit Analysen literatur-, sprach- und kulturwissenschaftlicher Zusammenhänge. In: Erstausgabe. Veröffentlichungen junger WissenschafterInnen der Karl-Franzens-Universität Graz. Vol. 2 (2009). Hrsg. v. Karl-Franzens-Universität Graz. Graz: Uni Press 2009, S. 55-64.<br />
Helmut W. Klug, Roman Weinberger: Exploiting social media techniques for the &#8216;Dictionary of Old English Plant Names&#8217; and the &#8216;Medieval Plant Survey&#8217;. Präsentation im Rahmen der Tagung ‚Diversification and its Discontents: Dynamics of the Discipline. 9th Brno International Conference of English, American and Canadian Studies‛ der Czech Association for the Study of English (CZASE) und des Department of English and American Studies, Masaryk University, Brno in Brünn, Tschechien am 05.02.2010.<br />
Helmut W. Klug, Roman Weinberger: Das Portal der Pflanzen des Mittelalters / Medieval Plant Survey als Textarchiv, Online-Arbeitsplatz und Kommunikationszentrum. Poster im Rahmen der Tagung ‚Metadaten und Vokabularien‛ aus der Veranstaltungsreihe &#8216;Digitale Bibliothek&#8217; organisiert vom Zentrum für Informationsmodellierung in den Geisteswissenschaften, Universität Graz und dem AIT Angewandte Informationstechnik Forschungsgesellschaft mbH in Graz, Österreich am 25.11.2011.<br />
Helmut W. Klug: Portal der Pflanzen des Mittelalters / Medieval Plant Survey. In: Nachhaltigkeitsbericht. Universität Graz 2011/12. Hrsg. v. Friedrich M. Zimmermann u. Filippina Risopoulos-Pichler. Graz: Karl-Franzens-Universität Graz 2012, S. 38-39.<br />
Helmut W. Klug: Editionen als fächerübergreifende Grundlage für datenbankbasierte Forschung im Rahmen der Tagung ‚InterNational and InterDisciplinary Prospects of Scholarly Editing‛ organisiert von der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition in Bern, Schweiz am 16.02.2012.<br />
Helmut W. Klug: Medieval Plant Survey (Portal der Pflanzen des Mittelalters) &#8211; General background and conceptual design. In: dialekt | dialect 2.0. &amp; wboe100 kurzfassungen | abstracts. Hrsg. v. Eveline Wandl-Vogt (u.a.). Wien: praesens 2012, S. 126-27.<br />
Helmut W. Klug, Roman Weinberger: Medieval Plant Survey (Portal der Pflanzen des Mittelalters) &#8211; Software Presentation. In: dialekt | dialect 2.0. &amp; wboe100 kurzfassungen | abstracts. Hrsg. v. Eveline Wandl-Vogt (u.a). Wien: praesens 2012, S. 127-28.<br />
Helmut W. Klug, Roman Weinberger: Software Presentation: Medieval Plant Survey / Portal der Pflanzen des Mittelalters im Rahmen der Tagung ‚7. SIDG Kongress &gt; dialekt | dialect 2.0. &amp; wboe100‛ in Wien, Österreich am 26.07.2012.<br />
Helmut W. Klug: Posterpräsentation: Portal der Pflanzen des Mittelalter / Medieval Plant Survey im Rahmen der Tagung ‚ 7. SIDG Kongress &gt; dialekt | dialect 2.0. &amp; wboe100‛ in Wien, Österreich am 26.07.2012.<br />
Helmut W. Klug: Editionen als fächerübergreifende Grundlage für datenbankbasierte Forschung. Ein Praxisbericht. In: Internationalität und Interdisziplinarität der Editionswissenschaft. Hrsg. v. Michael Stolz u. Yen-Chun Chen. Berlin, New York: De Gruyter 2014. (= Beihefte zu Editio. 38.) S. 29-41.<br />
Workshop zum PPM/MPS im Rahmen der Tagung „Der Koch ist der bessere Arzt. Zum Verhältnis von Kulinarik und Diätetik im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit.‟ 20.-22.06.2013 in Graz. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-8'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-9'>Klug; Weinberger, Modding, S. 335-336. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-9'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-10'>Werner Ceusters, Barry Smith: Switching Partners: Dancing with the Ontological Engineers. In: Switching Codes. Thinking Through Digital Technology in the Humanities and the Arts. Hrsg. v. Thomas Bartscher u. Roderick Coover. Chicago, London: UoCP 2011, S. 120-121. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-10'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-11'>Die Vor- und Nachteile einer digitalen Arbeitsumgebung werden z. B. in diesem Artikel augenzwinkernd, aber aus eigener Perspektive völlig nachvollziehbar in Form eines Dialoges zwischen einem Philosophen und einem Computerexperten dargestellt: Paolo D’Iorio, Paolo Michele Barbera: Scholarsource. A Digital Infrastructure for the Humanities. In: Switching Codes. Thinking Through Digital Technology in the Humanities and the Arts. Hrsg. v. Thomas Bartscher u. Roderick Coover. Chicago, London: UoCP 2011, S. 61-87. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-11'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-12'>Heinz Meyer, Rudolf Suntrup: Lexikon der mittelalterlichen Zahlenbedeutungen. München: Fink 1987. (= Münstersche Mittelalter-Schriften. 56.) <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-12'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-13'>Sabine Obermaier: <a href="http://www.encyclopaedia-animalium.germanistik.uni-mainz.de" target="_blank">animalia in litteris medii aevi</a> &#8211; Tiere in der Literatur des Mittelalters &#8211; Projektskizze für ein interdisziplinäres Lexikon. Letzte Aktualisierung: 25.07.2010. (03.08.2013). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-13'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-14'>Handbuch der Farbenbedeutungen im Mittelalter. CD-Rom. Hrsg. v. Rudolf Suntrup u. Christel Meier. Vorabvers. von Teil 2 des Handbuchs der Farbenbedeutung im Mittelalter. Köln, Wien: Böhlau 2011. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-14'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-15'>Vgl. Meyer; Suntrup, Zahlenbedeutungen, S. XI. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-15'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-16'>Gegenläufig zum aktuellen Wissenschaftsbetrieb müssen bei derartigen Unternehmungen die Inhalte und nicht karriereorientierte Interessen im Mittelpunkt stehen, in manchen Fällen ist aber sicher eine Kombination beider Ziele möglich. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-16'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-17'>Nachstehender Aufsatz beschreibt in Grundzügen die Abwicklung eines Projektes mit ähnlichen, wenn auch inhaltlich eingeschränkteren Zielen: Janet L. Nelson: From Building Site to Building: The Prosopography of Anglo-Saxon England (PASE) Project. In: Collaborative research in the digital humanities. Hrsg. v. Marilyn Deegan u. Willard McCarty. Festschrift honoring Harold Short, Department of Digital Humanities, King’s College London. Farnham, Surry; Burlington, VT: Ashgate 2012, S. 123-34. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-17'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-18'><a href="http://www.textgrid.de" target="_blank">TextGrid</a>. Virtuelle Forschungsumgebung für die Geisteswissenschaften. 2012. (03.08.2013). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-18'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-19'><a href="http://www.deutschestextarchiv.de" target="_blank">Deutsches Textarchiv</a>. Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. 2007-2013. (03.08.2013). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-19'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-20'>Vgl. Helmut W. Klug und Karin Kranich: Forschungsgeleitete Lehre: Bachelorseminar „Mittelalterliche Küchenpraxis“. In: Nachhaltigkeitsbericht. Universität Graz 2011/12. Hrsg. v. Friedrich M. Zimmermann u. Filippina Risopoulos-Pichler. Graz: Karl-Franzens-Universität Graz 2012, S. 41. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-20'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-21'>Johanna Maria van Winter: <a href="http://medieval-plants.org/mps-daten/regimina-daten" target="_blank">Corpus Regiminum duodecim Mensium</a>. In: Portal der Pflanzen des Mittelalters / Medieval Plant Survey. Redaktion: Helmut W. Klug, technische Leitung: Roman Weinberger. Zuletzt geändert 2013. (29.08.2013). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-21'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-22'>Johanna Maria van Winter: <a href="http://medieval-plants.org/blog/corpus-regiminum-duodecim-mensium/" target="_blank">Corpus Regiminum duodecim Mensium.</a> In: Portal der Pflanzen des Mittelalters / Medieval Plant Survey. Redaktion: Helmut W. Klug, technische Leitung: Roman Weinberger. Zuletzt geändert 06.08.2013. (29.08.2013). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-22'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-23'>Klug; Weinberger, Modding, S. 343. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-23'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-24'>Vgl. Hermann Fischer: Mittelalterliche Pflanzenkunde. Nachdruck der Ausgabe 1929. Hildesheim: Olms 2001. (= Geschichte der Wissenschaften. Geschichte der Botanik. 2.) der versucht einen Überblick über die im gesamten Mittelalter bekannten Pflanzen und die damit verbundenen Quellen darzustellen. – Rudolph von Fischer-Benzon: Altdeutsche Gartenflora. Untersuchungen über die Nutzpflanzen des deutschen Mittelalters, ihre Wanderung und ihre Vorgeschichte im klassischen Altertum. Reprint der Ausgabe Kiel und Leipzig, 1894. Walluf: Sändig Reprint 1998. konzentriert sich mit Hildegard von Bingen und dem <em>Capitulare de villis</em> auf die Frühzeit. – Helmut Birkhan: Pflanzen im Mittelalter: Eine Kulturgeschichte. Wien: Böhlau 2012. bringt die aktuellste Bearbeitung des Themas und legt diese sehr breit an, indem er den gesamten Zeitraum des Mittelalters und eine breite Palette an Themen (Wirtschaft, Magie, Gartenbau, Recht, Religion, Kunst) aufarbeitet. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-24'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-25'>Vgl. Carolus Linnaeus: Species Plantarum. Stockholm: Salvius 1753. Die theoretische Grundlage dazu ist Carolus Linnaeus: Philisophia botanica in qua explicantur fundamenta botanica. Stockholm: Gottfried Kiesewetter 1751. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-25'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-26'>Vgl. Peter Seidensticker: Ein Manko der Germanistik. Rezension von Petra Lehrnbecher, Engelswurz und Teufelsdreck. In: Ders.: Pflanzennamen: Überlieferung &#8211; Forschungsprobleme &#8211; Studien. Stuttgart: Steiner 1999. (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik. Beihefte. 102.) S. 61-74. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-26'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-27'>Die Einspeisung und Bearbeitung der Daten muss nicht zwingend systematisch erfolgen, da erst durch die Relation einzelner Datensätze ein System entsteht, das der Benutzende individuell adaptieren kann. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-27'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200841-28'>Biggam, ASPNS. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200841-28'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
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		<title>Forschungsrichtlinien</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Mar 2015 10:30:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Helmut W. Klug]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Basis des Projektes ist eine bewusst eingeschränkte Anzahl von verbindlichen Regeln, die eine Entwicklung auf fachlicher Ebene (temporale und lokale Abgrenzung) arbeitstechnisch (Kollaboration, Benutzerpolicy, Sprachregelung), organisatorisch (projektorientiert, disloziert) und im Umgang mit den gesammelten und erarbeiteten Daten (Verwaltung, Bearbeitung, Accessability) steuert. Temporale Eingrenzung Dem Forschungsgegenstand wird &#8230; <p><a href="http://medieval-plants.org/mps-daten/forschungsrichtlinien/" class="more-link"><span class="morelink-icon">Weiterlesen</span></a></p>]]></description>
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<p>Basis des Projektes ist eine bewusst eingeschränkte Anzahl von verbindlichen Regeln, die eine Entwicklung auf fachlicher Ebene (temporale und lokale Abgrenzung) arbeitstechnisch (Kollaboration, Benutzerpolicy, Sprachregelung), organisatorisch (projektorientiert, disloziert) und im Umgang mit den gesammelten und erarbeiteten Daten (Verwaltung, Bearbeitung, Accessability) steuert.<span id="more-200843"></span></p>
<h2><strong>Temporale Eingrenzung</strong></h2>
<p>Dem Forschungsgegenstand wird die in der Mittelalterforschung allgemein anerkannte Epochenbegrenzung von ca. 500 bis 1500 tentativ zugrunde gelegt:<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-1' id='fnref-200843-1' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>1</a></sup> Dabei muss bei einer inhaltlichen Argumentation diese Grenze zur Neuzeit, die gekennzeichnet ist von einem verstärkten Einfließen empirischer Ergebnisse, der Zurückweisung der scholastischen Autoritätshörigkeit und der neu entdeckten Detailtreue und Naturnähe der Pflanzenabbildungen allerdings bald weit aufgemacht werden, wirkt doch mittelalterliches Gedankengut auf vielen Ebene weit darüber hinaus. Ein Werk, das hier dennoch als epochenbegrenzend genannt werden muss, weil es diese markanten Änderungen konsequent umsetzt und damit eine neue wissenschaftliche Arbeitsweise in der Pflanzenforschung etabliert, ist das <em>New Kreütterbuoch</em> des Leonhard Fuchs,<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-2' id='fnref-200843-2' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>2</a></sup> das 1543 auf sein lateinisch abgefasstes Kräuterbuch von 1542 folgte und ein Erfolg auf allen Ebenen wurde.</p>
<p>Noch schwieriger wird es, einen konkreten Beginn für die mittelalterliche Pflanzenforschung festzumachen, da auf inhaltlicher Ebene die Lehren und Werke einzelner antiker Schriftsteller für die mittelalterliche Beschäftigung mit Pflanzen das gesamte Mittelalter hindurch tonangebend sind und entweder über Klöster, die bedeutenden Medizinschulen wie Salerno oder Montpellier oder die Vermittlung arabischer Gelehrter und Übersetzer in den mittelalterlichen Kanon der Pflanzenliteratur einfließen. Aber neben den politischen Ereignissen, die diese Grenze definieren, ist es vor allem eine durch die Kirche bedingte Entwicklung, die gravierende Änderungen mit sich bringt: Die Klöster werden zur Drehscheibe des Wissens und der Wissenschaft, ein markanter Wandel, dessen Beginn mit der Gründung des Klosters Monte Cassino (durch Benedikt von Nursia, 529) festlegt werden kann.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-3' id='fnref-200843-3' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>3</a></sup> Mit dem <em>Wiener Dioskurides</em>, einer spätantiken pharmakologisch-zoologischen Sammelhandschrift, die heute als Cod. med. gr. 1 in der Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird, liegt ein schriftliches Dokument vor, das für die Pflanzenforschung ebenfalls als epochenbegrenzend bezeichnet werden kann. Aus kunsthistorischer Sicht sind die darin erhaltenen Pflanzenabbildungen charakteristische Beispiele für die spätantike botanisch-pharmazeutische Handschriftenillumination,<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-4' id='fnref-200843-4' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>4</a></sup> die eine Detailtreue in der Darstellung bieten, die erst wieder mit den Holzschnitten in den Kräuterbüchern der Frühen Neuzeit erreicht wird.</p>
<p>Wie wirkt sich diese Eingrenzung nun auf die aktive Arbeit mit den Quellentexten aus? Die obligatorische und relativ eindeutige temporale Eingrenzung des Forschungsgegenstandes gegenüber der Pflanzenforschung der Frühen Neuzeit erwächst ohnehin aus dem Gegenstand selbst, wobei man aber auch hier bei Detailfragen auf jüngere botanische Werke wie die Kräuterbücher von Hieronymus Bock (1498-1554), Leonhart Fuchs (1501-1566), Otto Brunfels (1488-1534) und gegebenenfalls Tabernaemontanus (1522-1590) zurückgreifen muss, da diese neben den für den Wandel in der Pflanzenforschung typischen Elementen noch immer mittelalterliches Gedankengut transportieren und dieses entsprechend kennzeichnen oder sogar kommentieren und damit auch sekundärliterarische Informationen beinhalten. Völlig anders verhält es sich mit der älteren Literatur, den antiken Schriften zur Pflanzenkunde: Hier bedarf es einer sehr durchlässigen Grenzziehung, denn diese Werke müssen zumindest in Auszügen im Repository zur Verfügung stehen, da damit wesentliche Traditionsstränge und inhaltliche Abhängigkeiten veranschaulicht werden können. Somit muss man bei den Quellentexten, die im Repository gesammelt werden, zwischen Primärquellen – also mittelalterlicher Literatur zur Pflanzenforschung – und Sekundärquellen – also jener Literatur, die zum Verständnis der mittelalterlichen Texte beiträgt – unterscheiden. Im Repository wird die hier diskutierte Unterteilung nicht explizit getroffen, sie ergibt sich ohnehin aus den Metadaten der Texte.</p>
<h2><strong>Lokale Eingrenzung</strong></h2>
<p>Eine lokale Eingrenzung des Forschungsgegenstandes muss im Sinne einer vollständigen Bearbeitung der Thematik möglichst breit angelegt werden und weitet sich damit auf den Mittelmeerraum und West- und Zentraleuropa aus.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-5' id='fnref-200843-5' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>5</a></sup> Damit werden also nicht nur die europäische Literatur, sondern auch jene aus dem byzantinischen Reich und arabische Texte erfasst. Stellt diese Eingrenzung den breitest möglichen Zugang dar, so kann man für die Zeit des Mittelalters – eine Zeitspanne von immerhin 1000 Jahren – politisch und kirchenhistorisch bedingte Zentren des Wissenstransfers ausmachen: Trotz des Niedergangs des römischen Reiches bleiben zumindest im Zentrum des Reiches und vor allem an der Nordküste des Mittelmeeres Bildungs- und Forschungsstätten erhalten, deren Wissen in der Übergangszeit von der Antike zum Frühmittelalter in den christlichen Klöstern dieser Region weitertradiert wird. Die ersten Zentren einer mittelalterlichen Pflanzenforschung entstehen im frühmittelalterlichen England und in Frankreich, wo die Wissenschafts- und Bildungsreform Karls des Großen eine frühe Renaissance antiker Texte fördert. Mit den Missionierungszügen und den Klostergründungen wird dieses Wissen in Zentraleuropa verbreitet. Im Hoch- und Spätmittelalter bilden sich mit den diversen Universitätsstädten eigenständige, von der Dogmatik der kirchlichen Lehre weitgehend losgelöste Bildungsstätten heraus, von denen zumindest Salerno, Montpellier, Oxford und das Übersetzungszentrum Toledo genannt werden müssen.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-6' id='fnref-200843-6' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>6</a></sup></p>
<p>Diese lokale Zuordnung ist natürlich der breitest mögliche Ansatz, der für das gesamte Projekt allgemeine Gültigkeit hat. Für das aktuelle Bearbeitungsstadium, wie es sich als Teil dieser Dissertation präsentiert, ist der Fokus auf Zentraleuropa und hier speziell auf die deutschsprachige Literatur gerichtet, die in Form eines exemplarischen Textkorpus zur Veranschaulichung der Funktion des PPM/MPS gesammelt wird. Zudem werden in das Repository jene für die exemplarischen Detailanalysen notwendigen Texte einfließen. Ein Anspruch auf Vollständigkeit wird in diesem Stadium keinesfalls erhoben, dies und das Einpflegen weiterer, auch fremdsprachiger Texte wird die Aufgabe zukünftiger Arbeitsschritte, Projekte und Kooperationen sein.</p>
<h2><strong>Interdisziplinäre Expertenhilfe: Kollaboration</strong></h2>
<p>„Having experts available to interpret data from their own fields of research and willing to lend their expertise to fellow researchers from other disciplines“<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-7' id='fnref-200843-7' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>7</a></sup>: Das ist ein zentrales Charakteristikum des PPM/MPS und wurde als ein Punkt in einer Liste an Projektgrundsätzen schon 2009 formuliert. Die Forderung hat bis heute nichts an Aktualität verloren! Im Gegenteil, sie hat, bedenkt man die fortschreitende Spezialisierung in der universitären Ausbildung, eher an Wertigkeit gewonnen: Wie notwendig eine derartige Regel im vorliegenden Forschungsgegenstand ist, haben schon die Forderungen diverser Forschender, wie sie in den Ausführungen zur <a href="http://medieval-plants.org/mps-daten/bedarfserhebung/">Bedarfserhebung</a> gesammelt sind, eindrücklich gezeigt. Vorbildwirkung für diese Direktive hatten Carole Biggams ASPNS und die im anglo-amerikanischen Bereich sehr aktive Kultur akademischer Mailing-Listen. Biggam teilt die Mitglieder ihrer Organisation in zwei Gruppen ein:</p>
<blockquote><p>[…] the members of the Survey comprise two international teams: one of contributing authors, who research and write the word-studies, and the other of expert advisers, who work in many disciplines in the Humanities and the Sciences and are willing to answer queries from the authors.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-8' id='fnref-200843-8' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>8</a></sup></p></blockquote>
<p>Dieser Zugang begründet sich in Biggams Definition ihres eigenen Forschungsgebietes, das quasi als Teil des hier diskutierten zu sehen ist. Damit kann diese Erklärung nicht nur programmatisch verstanden, sondern auch als Grundlage für das im vorliegenden Projekt angestrebte Expertennetzwerk gesehen werden. Biggam versucht das Problem über eine lose Verbindung von Wissenschaftern zu lösen: An den Pflanzenstudien arbeiten Autoren, die aktive Pflanzennamenforschung betreiben. Diese sollen von Beratern aus diversen verwandten Disziplinen unterstützt werden, die bei fachfremden Fragen beistehen und bei der Interpretation von Basisdaten helfen.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-9' id='fnref-200843-9' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>9</a></sup> Im Gegensatz dazu strebt das PPM/MPS eine intensivere Einbindung aller Experten an, um den Informationsaustausch, der im Falle das ASPNS nur zwischen zwei Forschenden stattfindet, zu dokumentieren und für alle Beteiligten zu öffnen, um diese wichtigen Inhalte und Einblicke damit für zukünftige Forschergenerationen zu bewahren.</p>
<p>Die herkömmliche Mailingliste, der aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Bereich der populären Social Media-Anwendungen und der verstärkten Nutzung von Nachrichtendiensten wie Twitter oder sozialen Netzwerken wie Facebook ein langsames Verschwinden prophezeit wurde, hat im Bereich der Wissenschaftskommunikation immer noch Bestand, im Gegenteil, sie erhält nach wie vor regen Zulauf.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-10' id='fnref-200843-10' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>10</a></sup> Die Gründe dafür sind einfach: Zum einen ist die Benutzung dieser Listen mithilfe eines jeden Email-Programms möglich, das einen zentralen Stellenwert in der Forschungsumgebung eines jeden Forschenden ausmacht, zum anderen erreicht man auf diesem einfachen und unkomplizierten Weg sehr schnell sehr viele Personen. Damit kann man, was wohl viel wichtiger ist, in einem geschützten, eingeschränkten und auf eine spezielle, ausgewählte Benutzergruppe zugeschnittenen Rahmen agieren. Je nach Anzahl der Mitglieder und deren Interaktionspotential, aber auch abhängig von der Ausrichtung der einzelnen Fragen erhalten Informationssuchende in Mailinglisten rasche Antworten oder zumindest Hilfestellungen bei der Problemlösung. Der Nachteil von Mailinglisten liegt abervor allem darin, dass die Kommunikation wieder nur zwischen ausgewählten Personen stattfindet, wenngleich die Informationen langfristig zumindest für die Abonnenten der Mailingliste im Archiv einer Liste zugänglich sind. Somit verbergen sich forschungsrelevante Daten im <em>deep web</em> und sind daher für eine Internetrecherche mit den gängigen Suchmaschinen nicht verfügbar.</p>
<p>Im Rahmen des PPM/MPS wird ein offener und langfristig orientierter Zugang angestrebt: Mit der Online-Plattform ist es für Benutzer möglich, ähnlich wie in einem Internetforum Fragen oder Nachrichten zu veröffentlichen und damit in fachliche Interaktion mit anderen Benutzenden zu treten. Die auf diese Weise gesammelten Informationen sind damit direkt in den Forschungsbereich integriert, werden in dessen Rahmen dauerhaft archiviert und sind bei Suchmaschinen indiziert. Das garantiert nicht nur eine lange Verfügbarkeit, sondern auch eine ausreichende Verbreitung der Forschungsdaten. Um in Bezug auf die Aktualität der Nachrichten den Standard von Mailinglisten zu erreichen, bietet die Software die Möglichkeit, über alle Aktivitäten im Rahmen dieser Anwendung mithilfe moderner Nachrichtendienste (rss, Twitter, E-Mail) informiert zu werden.</p>
<h2><strong>Eingrenzung des Benutzerkreises und Leistungsportfolio</strong></h2>
<p>Die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit im Rahmen eines Projektes kann von der Projektleitung natürlich gesteuert und gefördert werden, ist aber vor allem von der Qualifikation und den Einzelleistungen der Mitarbeiter abhängig. Können wissenschaftliche Kleinprojekte, da sie von wenigen Mitarbeitern meist an einem Ort erarbeitet werden, diese Thematik leicht durch eine entsprechende Mitarbeiterselektion steuern, müssen Projekte von der konzipierten Größe des PPM/MPS eigene Strategien entwickeln. Da in den meisten Bereichen eine dezentrale Organisationsform angestrebt wird, ist eine Auswahl jener Personen, die Schreibrechte am Datenbestand besitzen, immer kritisch. Aus diesem Grund wird diese Art des Zugangs nur Personen gewährt, die eine entsprechende wissenschaftliche Qualifikation oder entsprechende Vorarbeiten auf dem Gebiet der mittelalterlichen Pflanzenforschung nachweisen können.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-11' id='fnref-200843-11' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>11</a></sup> Dieser Befähigungsnachweis wird, wie in den Wissenschaften üblich, in den meisten Fällen über einschlägige Publikationen laufen, es ist aber auch möglich, über Empfehlungen oder Bürgschaft Schreibrecht zu erhalten. Letzteres ist z. B. im Fall eines Bachelor-Seminars am Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz geschehen, bei dem die Lehrerenden die Verantwortung für die Datenmanipulationen der Studierenden übernommen haben, also für eine korrekte Abwicklung der Arbeiten sorgten bzw. diese nachprüften.</p>
<p>Im Rahmen des Internetauftritts werden die jeweiligen Qualifikationen der aktiven Nutzenden auf dafür vorgesehenen Seiten (Benutzenden-Portfolio) im Sinne eines <em>Performance Record</em> offengelegt: Die hier dargestellten Informationen umfassen Leistungen, die von Benutzenden projektextern im Bereich der Pflanzenforschung oder für einen anderen thematisch verwandten Bereich erbracht wurden und geben außerdem einen Überblick über alle Beiträge, die für das PPM/MPS geleistet wurden. Damit werden mehrere Ziele erreicht: Zum einen ist es möglich, die Plattform mithilfe dieser Informationen nach außen hin zu positionieren, zum anderen dienen sie als Basisinformation, indem sie das Expertenwissen der einzelnen Forschenden für die interdisziplinäre Expertenhilfe skizzieren. Zudem kann an den laufenden Aufzeichnungen die Einzelleistung jedes Benutzers während seiner Arbeit am Portal abgelesen werden. Um die Daten für die Darstellung dieses Leistungsportfolios zu generieren, werden die einzelnen Aktionen auf der Plattform und die Dateninteraktionen jedes Benutzers aufgezeichnet. Die dabei veränderten Daten werden außerdem mit einer digitalen Signatur des Benutzers versehen, sodass nicht nur die Veränderung der Daten, sondern auch die Leistungen eines jeden einzelnen Mitarbeiters minutiös nachgewiesen werden können. Diese Art der Dokumentation mag repressiv erscheinen, aber allein im Sinne der allgemeinen Datensicherheit muss auf diese Weise agiert werden. Darüber hinaus werden im universitären Bereich laufend Leistungsnachweise gefordert, die hier softwareseitig erstellt und nach Bedarf weiterverarbeitet werden können.</p>
<h2><strong>Sprachkonvention</strong></h2>
<p>Wissenschaftssprache ist eine Variante der Standardsprache, die bewusst gewählt wird oder sich ausbildet, um einerseits eine möglichst präzise wissenschaftliche Dokumentation zu gewährleisten und andererseits um eine barrierefreie Kommunikation in einem (meist internationalen) wissenschaftlichen Umfeld zu ermöglichen. Dabei ist es aber nicht zwingend notwendig, für diese beiden Anwendungsbereiche ein und dieselbe Sprache zu verwenden: Die Erarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse gelingt den Forschenden in der Muttersprache am mühelosesten,<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-12' id='fnref-200843-12' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>12</a></sup> für die internationale Kommunikation in Form von Rezeption und Publikation von Forschungsleistungen nimmt in den meisten Disziplinen Englisch die Position einer <em>lingua franca</em> ein. Nur nationale Sprach-, Kunst- und Kulturwissenschaften bilden hier (noch) eine Ausnahme. Mit dieser Sprachwahl kann zweifellos der größtmögliche Rezipierendenkreis erreicht werden.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-13' id='fnref-200843-13' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>13</a></sup></p>
<p>Da es generell problematisch und ein emotional aufgeladenes Thema ist, eine übergeordnete Forschungssprache für eine bestimmte Disziplin zu bestimmen,<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-14' id='fnref-200843-14' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>14</a></sup> bedarf es schlagender Argumente für diese Entscheidung. Für die Pflanzenforschung ergeben sich diese zwingend aus der Interdisziplinarität des Forschungsbereiches und aus der festgelegten lokalen Eingrenzung, die verschiedene Sprachräume umfasst. Im europäischen Mittelalter war zuerst Latein die überregional vorherrschende Sprache für diese Thematik, im ausgehenden Mittelalter bereichern zunehmend volkssprachliche Arbeiten den Textkanon. Im Sinne einer modernen und umfassenden Erforschung ist es daher naheliegend, Englisch als allgemeine Arbeitssprache für das PPM/MPS festzulegen. Damit ist gewährleistet, dass die Forschungsergebnisse allen Benutzenden zugänglich sind. Der heterogene Charakter des Forschungsgebietes, der unter anderem aus einer Vielzahl an Quellentexten in diversen historischen Volkssprachen resultiert, macht aber auch die Forschung in Nationalsprachen notwendig. Dabei obliegt es in den einzelnen Klein-Forschungsbereichen dem Ermessen eines jeden einzelnen Forschenden, die Arbeitssprache für das jeweilige Forschungsprojekt festzulegen. Eine umfassende Dokumentation der akkumulierten Daten und die Präsentation der Ergebnisse im Rahmen des PPM/MPS muss aber wieder in Englisch erfolgen. Der Einsatz nationaler Alltagssprache ist vor allem dann notwendig, wenn eine Dokumentation <em>science to public</em> erfolgen soll, da für diesen Zweck allein schon die nationalen Wissenschaftssprachen eine Sprachbarriere darstellen.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-15' id='fnref-200843-15' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>15</a></sup></p>
<p>Diese Sprachkonvention wird auch im Bereich der Online-Software durchgängig eingehalten. Die Rahmenstruktur des Portals ist, um damit verbundene Zugangsschranken aufzuheben, durchgehend mehrsprachig – zur Zeit: Deutsch (und Englisch)<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-16' id='fnref-200843-16' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>16</a></sup> – abrufbar. Organisatorische Informationen und sehr viele Daten, die zentral von Graz aus eingegeben und gewartet werden, sind ebenfalls mehrsprachig vorhanden. Eine Übersetzung dieses Bereiches in weitere Sprachen ist je nach Nationalität der Mitarbeitenden vorgesehen und softwareseitig ohne Weiteres möglich.</p>
<h2><strong>Organisation</strong></h2>
<p>Das PPM/MPS ist als eine sehr umfangreiche Langzeitforschungsplattform konzipiert, weshalb es mir naheliegend erscheint, eine möglichst dezentralisierte Organisationsstruktur zu wählen. Dabei muss aufgrund des großen Forschungsbereichs vor allem darauf geachtet werden, dass die Organisation der fachspezifischen Arbeiten dezentralisiert ablaufen muss, d.h. kleine Projektgruppen oder Einzelpersonen arbeiten zeit- und ortsunabhängig neben- und /oder hintereinander. Das Portal selbst kann nur Wissensspeicher und vor allem Katalysator für eine Reihe verschiedener Einzelleistungen sein! Diese Festlegung kommt dem geisteswissenschaftlichen Forschungs- und Arbeitsablauf, der primär auf Einzelleistungen hin ausgerichtet ist, entgegen. Mit der Aufteilung nach individuellen Kompetenzen wird auch die Verantwortung für die Eingabe und Pflege der Daten dezentral verteilt. Das gemeinsame Ziel der Erforschung der mittelalterlichen Pflanzen soll also dadurch erreicht werden, dass Einzelforschungsleistungen, die entweder individuelle Forschungsergebnisse oder die Erträge von Forschungsprojekten sind, mit der Zeit durch eine semantische Vernetzung der Daten ein großes Gesamtbild ergeben: „collaboration should function on a freelance basis with independent funding, including private contributions as well as publicly funded research.“<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-17' id='fnref-200843-17' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>17</a></sup> Da sich Forscher in heutigen Arbeitsumgebungen durch Leistungsbilanzen definieren müssen, werden diese Einzelleistungen mithilfe maschineller Aufzeichnungen immer den entsprechenden Bearbeitenden zugewiesen.</p>
<p>Wie dieses Modell in der Praxis funktionieren kann, soll am Beispiel der Pflanzenmonografie als zentrales Produkt der Arbeit am PPM/MPS erläutert werden: Für die Durchführung zeichnet immer jene Person (oder Personengruppe) verantwortlich, welche die Erarbeitung einer Monografie am Portal initiiert hat. Je nach Datenbestand zur Pflanze in der Datenbank kann auf unterschiedlich viel Quellenmaterial zurückgegriffen werden, bzw. dieses muss im Zuge der Arbeit ergänzt werden. Jedem Projektverantwortlichen obliegt nun die Organisation der Datenbearbeitung, das Hinzuziehen von Experten, die Koordination der Zusammenarbeit und von allfälligen Peer-Review-Prozessen und schließlich die Endkontrolle der Monografie, die dann u. a. im Rahmen des Portals publiziert wird. Insgesamt stellt das einen methodisch neuen Zugang dar, der sich in seiner Art an modernen Social-Media-Anwendungen mit frei interagierenden Teilnehmenden orientiert.</p>
<p>Im Gegensatz dazu muss die technische Entwicklung des Portals zentral organisiert werden, damit die innere Konsistenz der Software bzw. ihrer einzelnen Elemente und das Datenbankdesign einheitlich bleiben. Das schließt eine Erweiterung der Software um weitere Komponenten, die gegebenenfalls von anderen Projektpartnern benötigt werden, selbstverständlich nicht aus, und erlaubt es diesen natürlich auch, die dafür notwendigen technischen Arbeiten selbstständig durchzuführen – sofern die Änderungen mit dem technischen Leiter des Projektes abgesprochen sind. Um Kooperationspartnern einen Vollzugriff auf Software und Daten zu gewährleisten, werden diese mit Kopien der Software und regelmäßigen vollständigen Datenbanksicherungen versorgt: „Major research partners will get fully functioning copies of the online software as well as periodic database dumps.“<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-17' id='fnref-200843-17' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>17</a></sup></p>
<h2><strong>Datensammlung und -verwaltung</strong></h2>
<p>Belegstellen für die Nennung oder Abbildung von mittelalterlichen Pflanzen kommen in den unterschiedlichsten Quellen vor, die mehr oder weniger gut erschlossen und mehr oder weniger gut zugänglich sind. Eine sinnvolle Charakterisierung einer Pflanze kann nur dann durchgeführt werden, wenn für deren Bearbeitung alle bekannten Belegstellen berücksichtigt werden können. Aus diesem Grund war und ist es unumgänglich, Belegstellensammlungen anzulegen. Bis dato sind solche Forschungsprimärdaten als Arbeitsmaterial allenfalls nur auszugsweise als direkte Quellentextzitate in Aufsätze oder Monografien eingeflossen, um danach als Altdatenbestand unbenutzt liegen zu bleiben oder gar vergessen oder verworfen zu werden.</p>
<p>Mit dem PPM/MPS soll dieser Praktik, die es notwendig macht, wiederholt die gleichen Quellen zu recherchieren und die gleichen Inhalte zu erarbeiten,<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-19' id='fnref-200843-19' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>19</a></sup> entgegengewirkt werden: Quellen- und Forschungstexte müssen unter umfassender Referenzierung für eine rasche Verfügbarkeit und zur Nachnutzung zentral archiviert werden. Es ist möglich, intensiv mit diesen Texten zu arbeiten, sie in Relation zu einander zu setzen und sie auch um die Ergebnisse der laufenden Forschungsarbeit anzureichern. Das Repository des Portals ist offen für relevante Quellenbelege, die darin unter den unterschiedlichsten Gesichtspunkten beschlagwortet und miteinander vernetzt werden; zusätzlich können Textgruppen auch in thematische Kleinkorpora zusammengefasst werden. Die Datensammlung wissenschaftlicher Primär- und Sekundärliteratur, die aus den Ergebnissen der aktuellen Digitalisierungswellen schöpfen kann, wird sukzessive auf- und ausgebaut, um in Zukunft einen umfassenden Überblick über die Quellenlage zu einer Einzelpflanze bieten zu können. Die elektronische Verspeicherung der Quellentexte in ihrer historischen Sprachstufe bietet viele weitere Vorteile, die neben der Anreicherung um Metadaten über die Vernetzung mit der internen Literaturdatenbank oder die Paralleldarstellung der Übersetzung in verschiedenen Sprachvarianten bis hin zu einer Auszeichnung der Texte in z. B. XML-Syntax reichen. Damit stehen diese Texte nicht nur für die Arbeit am Portal, sondern für eine allgemeine Be- und Weiterverarbeitung durch Dritte im Sinne einer optimalen Nachnutzung zur Verfügung.</p>
<h2><strong>Datenauswahl</strong></h2>
<p>Enzyklopädische Arbeit baut in einem ersten Schritt immer auf der Sammlungen von entsprechenden Quellendaten auf. Sprachwissenschafter konzentrieren sich dabei z. B. auf lexikografische oder grammatische Aspekte,<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-20' id='fnref-200843-20' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>20</a></sup> Historiker z. B. auf soziologische, politische oder wirtschaftliche Fakten<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-21' id='fnref-200843-21' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>21</a></sup> und Forscher, die an einer speziellen kulturhistorischen Thematik arbeiten, adaptieren ihr Textkorpus genau für diese Zwecke: Für das <em>Lexikon der mittelalterlichen Zahlenbedeutungen</em> wurde ein Textkorpus zusammengestellt, das es ermöglicht, für einzelne Bedeutungen eine repräsentative Anzahl von Belegstellen bereitzustellen und das den gesamten für die Zahlenallegorese relevanten Zeitrahmen abdeckt; gleichzeitig dienten diese Texte auch als Quellenmaterial für das Schwesterprojekt, das <em>Handbuch der Farbenbedeutungen im Mittelalter</em>.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-22' id='fnref-200843-22' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>22</a></sup> Die Textsammlung <em>Digitales Mittelhochdeutsches Textarchiv</em> ist als „Referenzkorpus zur deutschen Sprach- und Literaturgeschichte von den Anfängen bis 1900“<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-23' id='fnref-200843-23' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>23</a></sup> angelegt und ist ebenfalls auf multiple Benutzung ausgelegt: Vordergründig sollen hier in Anlehnung an das Vorhaben des Referenzkorpus Althochdeutsch in <em>Deutsch Diachron Digital</em><sup class='footnote'><a href='#fn-200843-24' id='fnref-200843-24' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>24</a></sup> qualitativ hochwertige und entsprechend aufbereitete Texte auf modernem Stand der Technik im Internet zur allgemeinen Verfügung gestellt werden,<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-25' id='fnref-200843-25' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>25</a></sup> zusätzlich sind die Texte Quellen für die Belegstellen im elektronischen Online-Wörterbuch des Mittelhochdeutschen<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-26' id='fnref-200843-26' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>26</a></sup> und bieten in diesem Rahmen über ein herkömmliches Wörterbuch hinausgehende Quellenbelege im entsprechenden Kontext. Ein weiteres Projekt, in dem aktuell an einem linguistisch nutzbaren Korpus gearbeitet wird, ist das <em>Deutsche Textarchiv</em>, das es sich zum Ziel gesetzt hat, ein umfassendes Textkorpus für das Neuhochdeutsche zusammenzustellen. Dabei wurde Wert darauf gelegt, mit den sorgfältig ausgewählten Texten und Textsorten möglichst viele unterschiedliche Disziplinen gleichmäßig zu bedienen, damit für die rund 1300 retrodigitalisierten und in XML ausgezeichneten Texte eine umfassende, Disziplinen übergreifende Nachnutzbarkeit besteht.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-27' id='fnref-200843-27' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>27</a></sup> Was diesen drei Beispielen gemein ist, sind eine nach strengen Richtlinien durchgeführte Textauswahl und der Gedanke, diese Quellentexte so aufzubereiten, dass sie auch von anderen Unternehmungen gewinnbringend genutzt werden können.</p>
<p>Dem Text-Repository des PPM/MPS liegen ähnliche Überlegungen zugrunde, wenngleich andere Maßstäbe angelegt werden müssen: Eine Textauswahl für eine umfassende kulturgeschichtliche Dokumentation und die Erarbeitung von möglichst weitgesteckten Pflanzencharakteristiken zu treffen, ist m. E. inhaltlich weder schlüssig begründbar noch zielführend, da es für diese für das Projekt relevante Art der kulturhistorischen Information keine allgemeingültigen historischen ‚Leittexte‛ gibt,<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-28' id='fnref-200843-28' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>28</a></sup> sondern die für die Thematik relevanten Fakten erst bei der Auswertung verschiedener Texte aus unterschiedlichen Textsorten und -gattungen gewonnen werden müssen: Minnesänger<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-29' id='fnref-200843-29' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>29</a></sup> vermitteln in ihren Texten genauso kulturhistorisch relevante Informationen, wie es bei Sachprosatexten<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-30' id='fnref-200843-30' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>30</a></sup> der Fall ist, in vielen Fällen stützen und ergänzen einander diese Informationen, wie z. B. die beiden Beispiele zur Saubohne belegen. Oft sind es nur wenig überlieferte Einzeltexte oder einzelne Abbildungen, die Passagen oder Darstellungen enthalten, welche Forschenden den entscheidenden Hinweis auf eine Veränderung in der allgemeinen kulturellen Wahrnehmung einer Pflanze geben.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-31' id='fnref-200843-31' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>31</a></sup> Die Konsequenz daraus ist, dass eine umfassende Sammlung und Dokumentation der Quellenbelege stattfinden muss! Schon Peter Seidensticker hält fest, dass es, um einen guten Überblick über die Überlieferungstraditionen zu erhalten, notwendig ist, „möglichst viele mittelalterliche und frühneuzeitliche Quellen aufzusuchen und die verschiedenen Autoren zu vergleichen.“[fn. </span>Vgl. Peter Seidensticker: Ein Manko der Germanistik. Rezension von Petra Lehrnbecher, Engelswurz und Teufelsdreck. In: Ders.: Pflanzennamen: Überlieferung - Forschungsprobleme - Studien. Stuttgart: Steiner 1999. (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik. Beihefte. 102.) <span style="line-height: 1.7">S. 71.] Natürlich kann man die Aufbereitung der Texte steuern, indem man leicht verfügbare oder kulturell sehr aufgeladene Texte<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-32' id='fnref-200843-32' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>32</a></sup> in einer ersten Bearbeitungsphase einbringt, letztendlich ist aber eine umfassende Textsammlung unumgänglich.</span></p>
<p>Nach modernen Gesichtspunkten aufbereitet<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-33' id='fnref-200843-33' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>33</a></sup> und zur Verfügung gestellt, kann diese zweifellos als großer Mehrwert dieses Projektes gewertet werden. Die damit geschaffene, sehr breite Basis an Primär- und Sekundärdaten gewährleistet nicht nur, dass daraus neues Wissen generiert werden kann, indem z. B. Informationen in der Datenbank verknüpft und in entsprechenden Relationsübersichten dargestellt oder anderweitig ausgewertet werden, sondern auch, dass diese Daten es möglich machen, Forschungsergebnisse anhand des Datenstockes zu veranschaulichen und, wenn das nötig sein sollte, laufend zu überprüfen. Diese Vorgehensweise ermöglicht es außerdem, die Textsammlung polyfunktional auszurichten, was einen zusätzlichen Mehrwert bringt: Das übergeordnete Thema, von dem ausgehend Quellenbelege gesammelt werden, sind die Pflanzen des Mittelalters. Wegen der zu erwartenden großen Menge an Belegtexten und den verschiedenen mit dem Thema verquickten Disziplinen scheint es sinnvoll, eine Möglichkeit zu schaffen, die Belege in kleineren Einheiten zusammenzufassen. Das soll über Subkorpora geschehen, die im Datenverbund über die Pflanzenthematik verknüpft sind, aber zusätzlich als eigenständiges Korpus genutzt und nach individuellen Bedürfnissen beschlagwortet und abgefragt werden können: Aktuell kann im PPM/MPS auf das <em>Corpus Regiminum duodecim Mensium</em>, das von Johanna Maria van Winter zur Verfügung gestellt und in Kooperation mit ihr eingepflegt wurde, und auf das <a href="http://medieval-plants.org/mps-daten/inhalt/"><em>Korpus der mittelalterlichen Kochrezepttexte</em></a> zugegriffen werden. Die Quellentexte zur <a href="http://medieval-plants.org/mps-daten/monography/pilze/">exemplarischen Monografie</a> wurden in das <em>Korpus antike Kräuterliteratur</em> bzw. das <em>Korpus mittelalterliche Kräuterliteratur</em> eingegliedert.</p>
<p><strong>2.3.9 Datenerfassung und Datenbestand </strong><br />
Würde man diese umfassende Recherche, Sammlung und Dokumentation obligatorisch an den Anfang der Erforschung der mittelalterlichen Pflanzen stellen, wäre noch für sehr lange Zeit nicht mit der Ausarbeitung von monografischen Pflanzenportraits zu rechnen. Der arbeitstechnische Zugang im Rahmen des PPM/MPS sieht daher eine auf das Datenmodell<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-34' id='fnref-200843-34' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>34</a></sup> (vgl. Abb. 2) abgestimmte gestaffelte oder auch einzelprojektorientierte Eingabe der unterschiedlichen Daten vor: Im Zentrum des Forschungsinteresses und damit im Zentrum des dem Projekt zugrundeliegenden Datenmodells stehen jene Pflanzen, die in der mittelalterlichen Lebenswelt bekannt sind und über Pflanzennamen mehr oder weniger genau<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-35' id='fnref-200843-35' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>35</a></sup> identifiziert und chronologisch verortet werden können. Diese Namen sind in nach Sprachen und Sprachstufen systematisierten Indices gesammelt und wurden schon in einer sehr frühen Phase des Projektes eingepflegt. Damit ist das Fundament für die weitere Sammlung von Quellendaten bereitet. Parallel dazu existiert ein stetig auszubauendes Textkorpus, das aus Quellenbelegen – Volltexten sowie Textausschnitten – besteht, die mit den Pflanzennamen in direkte Relation gesetzt sind. Namen wie auch historische Quellen werden mit erweiterten Metadaten angereichert, um die Datenbasis für komplexe Rechercheabfragen zu liefern. Die Texte sind zusätzlich mit der projektinternen Handschriften- und Literaturdatenbank verknüpft, um eine durchgehende wissenschaftliche Referenzierung gewährleisten zu können.</p>
<p>Ausgangspunkt für die Datensammlung sind also die (historischen) Pflanzennamen, die als individuelle Bedeutungsträger den jeweiligen Forschungsgegenstand benennen, sie bilden ein Grundgerüst an Information, mit dem alle weiteren Daten in Relation gesetzt werden. Pflanzennamen werden im Datenbanksystem über ihre Sprache bzw. Sprachstufe verortet und in Pflanzennamenindices zusammengefasst. Diese erlauben es z. B. anhand automatisch generierter Wortlisten, den Pflanzennamenbestand für einzelne Sprachstufen aufzulisten. Zurzeit sind in der Datenbank folgende Indices angelegt: botanische Pflanzennamen (735 Einträge), pharmazeutische Drogenbezeichnungen (98 Einträge), Neuhochdeutsch (1576 Einträge) mit Varianten, Frühneuhochdeutsch (421 Einträge) mit Schreibvarianten, Mittelhochdeutsch (1421 Einträge) mit Schreibvarianten, Althochdeutsch (1415 Einträge) mit Schreibvarianten, Mittelniederdeutsch  (102 Einträge), Mittelniederländisch (108 Einträge) mit Schreibvarianten, Modernes Englisch (1231 Einträge) mit Varianten, Altenglisch (1402 Einträge) mit Schreibvarianten und mittellateinische Pflanzennamen, die auf britischen Quellen (2407 Einträge) und deutschen Quellen (874 Einträge) basieren und Latein (16).[fn. Für eine detaillierte Beschreibung vgl. Kap. 3.2. Die entsprechenden Pflanzennamenindices (mit Stand Oktober 2014) finden sich ebenfalls in diesem Kapitel.]</p>
<p>Historische Quellen sind als authentische Bedeutungsträger unser Fenster in die Vergangenheit und stehen daher für die kulturhistorische Auswertung im Zentrum des Interesses.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-36' id='fnref-200843-36' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>36</a></sup> Forschungsrelevante Primärquellen sind Texte, Bilder, Realien und archäologische Daten, die pflanzenbezogene Informationen transportieren. Dem gegenüber steht die historische und aktuelle Forschungsliteratur, die mit den entsprechenden Interpretationen und Analysen der Primärquellen den aktuellen Stand der Forschung repräsentiert.<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-37' id='fnref-200843-37' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>37</a></sup> Alle diese Belege können nur über elektronische Repräsentanten in die Datenbank aufgenommen werden. Der Weg vom historischen Original bis zum Abbild in der Datenbank führt in vielen Fällen über mehrere Bearbeitungsstufen: Texte durchlaufen einen Editionsprozess, in dem während unterschiedlicher Reduktionsschritte Informationen bewusst verändert werden und dabei verloren gehen können,<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-38' id='fnref-200843-38' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>38</a></sup> Bilder und Realien müssen digitalisiert werden und werden dabei meist aus ihrem Überlieferungskontext gerissen. Archäologische Daten werden oft nur in ausgewerteter Form oder bereits interpretiert publiziert.</p>
<p>Allein aus Gründen der Überprüfbarkeit und Transparenz wird daher bei der Eingabe von Primärquellen, die für die Datenbank des PPM/MPS neu erarbeitet werden,<sup class='footnote'><a href='#fn-200843-39' id='fnref-200843-39' onclick='return fdfootnote_show(200843)'>39</a></sup> auf einer ‚<em>ad-fontes</em>-Datenstruktur‛ aufgebaut: Neben der herkömmlichen bibliografischen Referenzierung der Belege in jenen Werken (Edition, Bildband etc.), welche die Quellen der Wissenschaft zugänglich machen, ist es notwendig, für die einzelnen Quellenbelege alle relevanten Information für eine Verortung in den entsprechenden Handschriften oder Drucken zu erheben. Aus Gründen der bibliografischen Referenzierbarkeit der Texte sind alle Quellenbelege zusätzlich mit den entsprechenden Einträgen der dem Repository angeschlossenen Literatur- und Handschriftendatenbank verknüpft und über die individuelle Rezeptnummer referenziert.</p>
<p>Die explizite Unterscheidung zwischen Literaturdatenbank, die ausschließlich gedruckte Werke führt, und dem Handschriftenverzeichnis ergibt sich einerseits aus den unterschiedlichen Beschreibungsdaten und aus der logischen Hierarchie realer Abhängigkeiten: Ein historischer Quellentext muss bis zu einer gewissen Zeitstufe immer mit einer handschriftlichen Überlieferung assoziiert werden, eine gedruckte Edition z. B. ist eine moderne Bearbeitung dieser historischen, handschriftlich überlieferten Quelle. Gedruckte historische Texte werden dieser Definition entsprechend der Literaturdatenbank zugeordnet. Die damit konsequent verfolgte Trennung von Handschriften und Druckwerken bietet eine bessere Übersichtlichkeit und ermöglicht es damit zusätzlich, dass für die unterschiedlichen Datensätze andere Metadaten erhoben werden: Aufgezeichnet werden dabei möglichst vollständig alle bibliografisch relevanten Daten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fußnoten:</strong></p>
<div class='footnotes' id='footnotes-200843'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-200843-1'>Vgl. z. B. Hartmut Boockmann: Einführung in die Geschichte des Mittelalters. 5., durches. Aufl. mit 25 Abb. auf 16 Tafeln. München: Beck 1992. (=Beck Studium.) S. 13-18. und Ernst Pitz: Middle Ages. 3. Classification – Chronological. In: Lexikon des Mittelalters &amp; International Encyclopaedia for the Middle Ages. Brepols Database. Zuletzt aktualisiert: 24.02.2013. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-2'>Hieronymus Bock veröffentlichte sein <em>Neu Kreutter Buch</em> zwar einige Jahre früher (1539) und bringt mehr Neuerungen auf morphologischer Ebene, aber eine bebilderte Ausgabe wurde erst 1546 gedruckt. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-3'>Vgl. Rudolf Schmitz: Geschichte der Pharmazie. Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ausgang des Mittelalters. Eschborn: Govi 1998, S. 294. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-4'>Vgl. Der Wiener Dioskurides. Bd. 1: Folios 1 &#8211; 243. Hrsg. v. Otto Mazal. Graz: ADEVA 1998. (=Glanzlichter der Buchkunst. 8,1.) S. 29f. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-4'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-5'>Vgl. Otto Brunner: Middle Ages. 2. Classification &#8211; Geographical. In: Lexikon des Mittelalters &amp; International Encyclopaedia for the Middle Ages. Brepols Database. Zuletzt aktualisiert: 24.02.2013. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-5'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-6'>Vgl. z. B. David Lindberg: Die Anfänge des abendländischen Wissens. Übers. v. Bettina Obrecht. München: dtv 2000. (= dtv. 30752.) Kap. 7 u. 9. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-6'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-7'>Helmut W. Klug, Roman Weinberger: Modding Medievalists: Designing a Web-based Portal for the Medieval Plant Survey / Portal der Pflanzen des Mittelalters (MPS/ PPM). In: Herbs and Healers from the Ancient Mediterranean through Medieval West. Essays in Honor of John M. Riddle. Hrsg. v. Anne Van Arsdall u. Timothy Graham. Burlington: Ashgate 2012. (= Medicine in the Medieval Mediterranean.) S. 341. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-7'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-8'>Carole Biggam: <a href="http://www.gla.ac.uk/schools/critical/research/fundedresearchprojects/anglo-saxonplant-namessurvey/" target="_blank">Anglo-Saxon Plant-Names Survey</a>. (ASPNS). (12.12.2013). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-8'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-9'>Beispiele wie eine Zusammenarbeit im Rahmen des ASPNS funktioniert, sind Fn. 53 und 54 in Carole P. Biggam: The ‘aespe’ Tree in Anglo Saxon England. In: From Earth to Art. The Many Aspects of the Plant-World in Anglo-Saxon England. Proceedings of the First ASPNS Symposium, University of Glasgow, 5-7 April 2000. Hrsg. v. Carole Biggam. Amsterdam &#8211; New York: Rodopi 2003. (= Costerus Essays in English and American Language and Literature. N.S. 148.) S. 219 und S. 220. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-9'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-10'>Vgl. Jeff Young: <a href="http://chronicle.com/article/Change-or-Die-Scholarly-E-/46962/" target="_blank">Change or Die: Scholarly E-Mail Lists</a>, Once Vibrant, Fight for Relevance. In: The Chronicle of Higher Education. Erstellt am 25.06.2009. (30.08.2013). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-10'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-11'>Bei der Vorstellung des Projektkonzeptes im Rahmen des Kochbuchworkshop II in Salzburg im November 2012 ist unter anderem die Einbindung von interessierten Laien diskutiert worden, was den aktiven Benutzerkreis zwar enorm erweitern, aber in weitaus größerem Umfang die nachträgliche Kontrolle des Datenbestandes erforderlich machen würde. Aus Gründen der Datensicherheit und -konsistenz halte ich eine derartige Ausweitung ohne ein ständiges Redaktionsteam für nicht zielführend. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-11'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-12'>Vgl. Ulrich Ammon: Ist Deutsch noch internationale Wissenschaftssprache? Englisch auch für die Lehre an den deutschsprachigen Hochschulen. Berlin, New York: de Gruyter 1998, S. 276-278. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-12'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-13'>Vgl. Ammon, Wissenschaftssprache, S. 212-220 und Ulrich Ammon: Deutsch als Wissenschaftssprache: Wie lange noch? In: English in Academia: Catalyst or Barrier? Hrsg. v. Claus Gnutzmann. Tübingen: Narr 2008, S. 36. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-13'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-14'>Vgl. Claus Gnutzmann, Miriam Bruns: English in Academia &#8211; Catalyst or Barrier? Zur Einführung in eine kontroverse Diskussion. In: English in Academia: Catalyst or Barrier? Hrsg. v. Claus Gnutzmann. Tübingen: Narr 2008, S. 14-15. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-14'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-15'>Vgl. Ammon, Wissenschaftssprache, S. 273-276. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-15'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-16'>Die Daten für eine zweisprachige Präsentation sind bereits vorhanden, allerdings muss dafür noch die Software angepasst werden, was aber gegenüber anderen notwendigen Änderungen und Erweiterungen nur geringen Stellenwert hat. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-16'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-17'>Klug; Weinberger, Modding, S. 342. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-17'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-18'>Klug; Weinberger, Modding, S. 342. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-18'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-19'>Diese Praxis des wiederholten Erarbeitens historischer Quellen ist prinzipiell nicht abzulehnen, da verschiedene Forscher unterschiedliche Blickwinkel und Fragestellungen anwenden. Sie wird im Rahmen des PPM/MPS allerdings wesentlich erleichtert, da die Quellen zentral gesammelt sind und zusätzlich Forschungsnotizen gespeichert werden können. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-19'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-20'>Vgl. z. B. Christa Baufeld: Kleines frühneuhochdeutsches Wörterbuch: Lexik aus Dichtung und Fachliteratur des Frühneuhochdeutschen. Tübingen: Niemeyer 1996. (= Studienbuch.) S. IX. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-20'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-21'>Vgl. z. B. Susanne Fritsch: Das Refektorium im Jahreskreis: Norm und Praxis des Essens in Klöstern des 14. Jahrhunderts. Wien, München: Oldenbourg 2008. (= Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. 50.) Vorwort von Karl Brunner und S. 13-15. – Anne Schulz: Essen und Trinken im Mittelalter (1000-1300). Literarische, kunsthistorische und archäologische Quellen. Berlin; Boston: de Gruyter 2011. (= Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Ergänzungsbände. 74.) S. 21-25. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-21'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-22'>Heinz Meyer, Rudolf Suntrup: Lexikon der mittelalterlichen Zahlenbedeutungen. München: Fink 1987. (= Münstersche Mittelalter-Schriften. 56.) S. XI-XII. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-22'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-23'><a href="http://www.mhgta.uni-trier.de" target="_blank">Digitales Mittelhochdeutsches Textarchiv</a>. Zuletzt geändert 22.11.2004. (03.09.2013). Die Arbeiten an dieser Textdatenbank scheinen aber seit Nov. 2004 zu ruhen. Vgl. auch die Projektbeschreibung von Ute Recker-Hamm: Das Digitale Mittelhochdeutsche Textarchiv. In: Materialität in der Editionswissenschaft. Hrsg. v. Martin Schubert. Berlin: De Gruyter 2010. (= Beihefte zu Editio. 32.) S. 311-15. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-23'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-24'><a href="http://www.deutschdiachrondigital.de/" target="_blank">Deutsch Diachron Digital</a>. Referenzkorpus Althochdeutsch. Zuletzt geändert 05.03.2012. (03.09.2013). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-24'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-25'>Vgl. Recker-Hamm, Textarchiv, S. 313. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-25'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-26'>Vgl. <a href="http://www.mhdwb-online.de" target="_blank">Mittelhochdeutsches Wörterbuch</a>. Zuletzt geändert 20.08.2010. (03.09.2013). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-26'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-27'>Vgl. <a href="http://www.deutschestextarchiv.de/doku/ueberblick" target="_blank">Projektüberblick</a>. In: Deutsches Textarchiv. Zuletzt geändert 30.04.2013. (03.09.2013) und <a href="http://www.deutschestextarchiv.de/doku" target="_blank">Dokumentation</a>. In: Deutsches Textarchiv. Zuletzt geändert 30.04.2013. (03.09.2013). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-27'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-28'>Würde man z. B. nur medizinische oder allegorische Daten zu den historischen Pflanzen sammeln, stellte sich die Situation natürlich anders dar, denn für diese Thematik gibt es selbstverständlich Leittexte, auf die man sich konzentrieren kann: So könnte man eine bestimmte Überlieferungstradition medizinischer Texte, wie den <em>Bartholomäus</em> (vgl. Walter L. Wardale: Der Hochdeutsche Bartholomäus. Kritisch-kommentierter Text eines mittelalterlichen Arzneibuches auf Grund der Londoner Handschriften Brit. Mus. Add. 16,892, Brit. Mus. Arundel 164, Brit. Mus. Add. 17,527, Brit. Mus. Add. 34,304. (Dundee): Follan 1993.), in den Mittelpunkt rücken, oder sich ganz auf Isidor von Sevilla und der Rezeption seiner Etymologien (vgl. The Etymologies of Isidore of Seville. Translated, with introduction and notes. Hrsg. v. Stephen A. Barney (u. a.) Cambridge: Cambridge Univ. Press 2011, Buch XVII.) beschränken. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-28'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-29'>Vgl. Walther von der Vogelweide L 17,25 (‚Bohnenspruch‛ und dazu: Melitta Weiss Adamson: Das Image(problem) der Bohne in der Antike und im Mittelalter. In: Der achthundertjährige Pelzrock. Walther von der Vogelweide &#8211; Wolfger von Erla &#8211; Zeiselmauer. Vorträge gehalten am Walther-Symposion der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vom 24. bis 27. September 2003 in Zeiselmauer (Niederösterreich). Hrsg. v. Helmut Birkhan. Unter Mitwirkung von Ann Cotten. Wien: Verlag der Österreichischen Akademien der Wissenschaften 2005. (= Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 721.) S. 545-59.), welcher der Forschung bis heute Rätsel aufgibt:<br />
<em>Waz êren hât frô Bône,<br />
</em><em>daz man von ir singen sol,<br />
</em><em>si rehtiu vastenkiuwe!<br />
</em><em>si ist vor und nâch der nône<br />
</em><em>fûl und ist der wibel vol,<br />
</em><em>wan êrst in der niuwe.<br />
</em><em>Ein halm ist creftec unde guot,<br />
</em><em>waz er uns allen liebes tuot!<br />
</em><em>er fröit vil manigem sînen muot,<br />
</em><em>wie danne umbe sînen sâmen?<br />
</em><em>von grase wirdet halm ze strô<br />
</em><em>er machet manic herze frô,<br />
</em><em>er ist guot nider unde hô.<br />
</em><em>frowe Bône, set liberâ nos â mâlô, âmen.<br />
</em>(Walther von der Vogelweide: Leich, Lieder, Sangsprüche. Hrsg. v. Thomas Bein. 15., veränderte und um Fassungsed. erw. Aufl. der Ausg. Karl Lachmanns. Aufgrund der 14., von Christoph Cormeau bearb. Ausg. neu hrsg., mit Erschließungshilfen und textkritischen Komm. versehen. Edition der Melodien von Horst Brunner. Berlin (u.a.): de Gruyter 2013. (=de Gruyter Texte.)) <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-29'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-30'>Konrad von Megenberg fasst das Wissen seiner Zeit zur Bohne folgendermaßen zusammen:<br />
<em>Fabe haizent pon. die lazzent sich niht schier chochen in dem magen, und wenn si gruon sint, so habent si vil voberfluzzichait, sam Platearius spricht. Die grozzen und die weizzen sint die pesten, die die wuerm niht durch loechert habent, die ze latein gurguliones haizent, daz sint sâmenwürm.<br />
</em><em>wenn man die pon chocht und niht ruert ob dem feur noch weget, sô plaent si minner wan sunst, und der pon rint plaent mer wan ir mel. (…)<br />
</em>(Robert Luff, Georg Steer: Konrad von Megenberg: Das Buch der Natur. Kritischer Text nach den Handschriften. Tübingen: Niemeyer 2003. (=Texte und Textgeschichte. 54.) Kap. V.39)<span style="line-height: 1.7"> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-30'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-31'>Vgl. Anne Van Arsdall, Helmut W. Klug, Paul Blanz: The Mandrake Plant and Its Legend: A New Perspective. In: Old Names – New Growth: Proceedings of the 2nd ASPNS Conference, University of Graz, 6-10 June 2007, and Related Essays. Hrsg. v. Peter Bierbaumer u. Helmut W. Klug. Frankfurt am Main (u.a.): Lang 2009, S. 319-325. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-31'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-32'>Das sind z. B. Kochrezepttexte. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-32'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-33'>Die Minimalanforderung ist vorerst ein maschinell verarbeitbarer Text. Weitere Parameter können verschiedene Stufen der Annotierung, der elektronischen Aufbereitung und der Verfügbarmachung sein. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-33'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-34'>Dieses wurde in Form eines <a href="https://www.academia.edu/7309207/Portal_der_Pflanzen_des_Mittelalters_Medieval_Plant_Survey" target="_blank">Posters</a> erstmals am 24.11.2011 im Rahmen der Tagung Digitalen Bibliothek: Metadaten und Vokabularien (Graz, 24-25.11.2011) präsentiert. (01.12.2014). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-34'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-35'>Die Pflanzennamen des Deutschen sind – wie alle volkssprachlichen Bezeichnungen für Pflanzen – höchst ambig: So kann zum Beispiel ein normsprachlicher Name heteronym auf unterschiedliche Pflanzen verweisen, oder aber ein Gewächs wird in der Hochsprache mit mehreren, synonymen Namen bezeichnet. Erweitert man diese Verknüpfung von Name und Objekt um die Dimension historischer Sprachvarianten, potenziert sich der Namensfundus für eine Pflanze sehr stark, da eine eindeutige Identifizierung von Pflanzennamen in den historischen Sprachstufen nicht immer möglich ist, und oft mehrere Namen eine Pflanze bezeichnen können. Aus der Überlieferungslage geht dabei nicht immer klar hervor, wie historisch gefestigt eine derartige Namenszuweisung ist. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-35'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-36'>Vgl. Thomas Bein: Die Multimedia-Edition und ihre Folgen. Zum Verhältnis von Literaturgeschichtsschreibung, Literaturtheorie und aktueller Editionspraxis in der germanistischen Mediävistik. In: editio 24 (2010), S. 70. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-36'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-37'>Auf eine Stufe zwischen die gegensätzlichen Pole Primärquelle und Forschungsergebnis könnte man z. B. die Rohdaten archäologischer und archäobotanischer Untersuchungen stellen. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-37'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-38'>Vgl. dazu für die vorliegende Arbeit die detaillierte Analyse zum Korpus der mittelalterlichen Kochrezepttexte: Helmut W. Klug: Editionen als fächerübergreifende Grundlage für datenbankbasierte Forschung. Ein Praxisbericht. In: Internationalität und Interdisziplinarität der Editionswissenschaft. Hrsg. v. Michael Stolz u. Yen-Chun Chen. Berlin, New York: De Gruyter 2014. (= Beihefte zu Editio. 38.). Diese Eingriffe sind natürlich meist wohl überlegt und dokumentiert; sie orientieren sich dabei u. a. an zeitaktuellen Editionsströmungen oder medienbedingten Vorgaben bzw. Einschränkungen: vgl. dazu auch Wernfried Hofmeister: Beim Vorwort genommen. Historisch-kritischer Blick auf explizite Nutzwert-Reflexionen in Vorworten und sonstigen Selbsterläuterungen altgermanistischer Textausgaben auf Basis eines Grazer editionswissenschaftlichen Seminars. In: Editio 28 (2014), S. 68-81. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-38'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-200843-39'>Die Erhebung dieser Metadaten obliegt immer denjenigen, die für die einzelnen Korpora verantwortlich zeichnen: Obligatorisch ist eine wissenschaftlich ausreichende Referenzierbarkeit der Daten! Eine Aufnahme von inhaltlich sehr relevanten Sammlungen wie z.B. dem <em>Corpus Regiminum duodecim Mensium</em>, bei dessen Erstellung diese doppelte Referenzierung nicht durchgängig erhoben wurde, darf nicht an den hier beschriebenen organisatorischen Vorgaben scheitern, da inhaltliche Aspekte die Vollständigkeit der bibliografischen Metadaten in ihrer Priorität immer überwiegen. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-200843-39'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
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		<title>Projektskizze</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 10:38:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Helmut W. Klug]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Heil- und Pflanzenkunde des Mittelalters ist aus der Antike tradiertes Wissen, was bedingt, dass die materia medica das gesamte Mittelalter hindurch einen nur geringfügig variierenden Umfang hat. Was sich aber ändert, ist die Bedeutung, die den einzelnen Pflanzen zukommt. Die Gründe für diesen Wandel sind &#8230; <p><a href="http://medieval-plants.org/mps-daten/a-post/" class="more-link"><span class="morelink-icon">Weiterlesen</span></a></p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Heil- und Pflanzenkunde des Mittelalters ist aus der Antike tradiertes Wissen, was bedingt, dass die <em>materia medica</em> das gesamte Mittelalter hindurch einen nur geringfügig variierenden Umfang hat. Was sich aber ändert, ist die Bedeutung, die den einzelnen Pflanzen zukommt. Die Gründe für diesen Wandel sind vielschichtig: Manche Pflanzen waren <span id="more-65110"></span>aufgrund ihres Habitat auf den asiatischen Raum beschränkt und konnten somit in Westeuropa kaum Fuß fassen und wurden aus diesem Grund einfach durch heimische Pflanzen substituiert, andere wiederum erfuhren im Zuge der Überlieferung eine ideelle Aufwertung, mit anderen passierte genau das Gegenteil. Als Rezipient im 21. Jahrhundert hat man zu diesem Wissen aber nur Zugang über einige wenige primäre Quellen: Zum einen gibt es die Sachliteratur des Mittelalters, deren Rezipientenkreis durch die bevorzugt lateinisch-schriftliche Tradierung der Texte eher eingeschränkt war – zum anderen die (aber sehr spät aufkommenden) volkssprachlichen Texte, die wegen ihrer bevorzugt oralen Überlieferungsstränge einer breiteren Masse zugänglich gewesen sind. Beide werden von den bildlichen und plastischen Pflanzendarstellungen, die meist aus dem kirchlich-klösterlichen Bereich stammen, begleitet. Alle diese Überlieferungsträger sind natürlich regionaler und zeitlicher Prägung unterworfen.</p>
<p>Ziel des <em>Portals der Pflanzen des Mittelalters</em> ist nun, diese Überlieferungsstränge in einem breitgefassten Datenpool zu vereinen und für interessierte und engagierte internationale ForscherInnen verschiedener Disziplinen zur Verfügung zu stellen. Der aktuelle Datenbestand speist sich aus den Vorarbeiten zur Dissertation von Helmut W. Klug &#8220;Pflanzen in Editionen deutschsprachiger Kochrezepthandschriften des Spätmittelalters: Eine datenbankgestützte Bestandsaufnahme mit Analysen literatur-, sprach- und kulturwissenschaftlicher Zusammenhänge&#8221; und umfasst neben einer Reihe von Pflanzennamenindices alle bis dato über Editionen erschlossenen Kochrezepttexte des Spätmittelalters. In weiterer Folge soll das Portal zu einem Online-Arbeitsplatz ausgebaut werden, an dem mithilfe von &#8216;social media techniques&#8217; und anderen webbasierten Hilfsmitteln am aktuellen Stand der Technik gearbeitet werden kann.</p>
<p>Sollten Sie dieses Projekt betreffend Fragen haben, kontaktieren Sie uns bitte über: <a href="mailto:helmut.klug@uni-graz.at">helmut.klug@uni-graz.at</a>.</p>
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